13.5.2013: Forschung international
Wildbienen sichern gute Ernten
Les abeilles sauvages assurent une bonne récolte
Alexandra-Maria Klein et al.
Viele Kulturpflanzen müssen von Insekten bestäubt werden, um hohe Erträge zu liefern. Dabei spielen Wildbienen eine weitaus grössere Rolle als bislang angenommen.
De nombreuses plantes cultivées doivent être pollinisées par des insectes pour forunir des rendements élevés. Les abeilles sauvages jouent dans ce processus un rôle bien plus important qu’admis jusqu’ici.
In Anbauflächen auf der ganzen Welt erhöhen wildlebende Insekten den Fruchtansatz auch dann, wenn bereits sehr viele Honigbienen vorhanden sind. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Studie. Die Artenvielfalt in Agrarlandschaften hat offenbar weltweit eine große Bedeutung für die Sicherung der landwirtschaftlichen Erträge. In vielen Agrarlandschaften hat die Insektenvielfalt aber durch Eingriffe des Menschen deutlich abgenommen. Aus diesem Grund ist die Bestäubung von Kulturpflanzen durch wildlebende Insekten, vor allem durch Wildbienen, inzwischen gestört und gefährdet.
Für die Studie hat ein 50-köpfiges internationales Forschungsteam Daten über 41 verschiedene landwirtschaftliche Systeme von 600 Anbauflächen in 19 Ländern verschiedener Kontinente zusammengetragen. Auf allen Flächen wurden Häufigkeit und Artenvielfalt der blütenbesuchenden Insekten und der Fruchtansatz zur Ernte protokolliert.
Interessanterweise haben Wildlebende Insekten in allen 41 Anbausystemen einen positiven Effekt auf den Fruchtansatz. Eine größere Zahl von Honigbienen erzielt diesen Effekt nur bei 14 Prozent der untersuchten Anbauten. Anders gesagt: 100 Honigbienen plus 50 Wildbienen bestäuben ein Feld viel effektiver als 150 Honigbienen.
Wildlebende Insekten erreichen mit der gleichen Zahl von Blütenbesuchen einen doppelt so hohen Fruchtansatz wie Honigbienen. Das spricht für eine hohe Bestäubungseffektivität.
Wildlebende Insekten brauchen natürliche Ressourcen wie Nahrung und Nistplätze. Diese sind in einer von industrieller Landwirtschaft geprägten Agrarlandschaft nicht ausreichend vorhanden. In der Praxis fordert das Ergebnis der Studie den Schutz und die Renaturierung naturnaher Lebensräume, blütenreichere Landschaften sowie größtmögliche Effizienz und Vorsicht beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Die Etablierung von Blühstreifen und Hecken, blühende Stilllegungsflächen und Untersaaten, vielfältige Fruchtfolgen, die Förderung von Nistmöglichkeiten für wildlebende Bestäuber sowie ökologische Landwirtschaft können dazu beitragen. Die Studie zeigt deutlich, dass Biodiversität und landwirtschaftliche Produktion untrennbar miteinander verknüpft sind.
Quelle: Leuphana Universität Lüneburg
Keywords:
Wildbienen, Ökosystemleistungen, Landwirtschaft, Renaturierung
Art der Publikation:
Fachpublikation
Literatur:
Garibaldi L.A. et al. (2013). Wild pollinators enhance fruit set of crops worldwide. Science 339: 1608-1611.
Kontaktadresse:
Prof. Dr. Alexandra-Maria Klein
Scharnhorststr. 1
Institut für Ökologie
Leuphana Universität Lüneburg
D-21335 Lüneburg
alexandra.klein@uni.leuphana.de
Tel: +49 (0)4131 677 2960
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