4.2.2010: Forschung international
Das Klimaschutzpotenzial der globalen Ökosysteme mobilisieren
Mobiliser le potentiel des écosystèmes globaux en faveur de la protection du climat
Investitionen in die Wiederherstellung und Erhaltung der mit einem Wert von mehreren Billionen Dollar bezifferten Ökosysteme dieser Erde können eine Schlüsselrolle bei der Bekämpfung des Klimawandels und der Stärkung der Widerstandsfähigkeit anfälliger Wirtschaftssysteme gegenüber Klimaschwankungen und -änderungen spielen. Dies ist eine der wichtigsten Erkenntnisse von TEEB, einem globalen Projekt zur Untersuchung der Ökonomie von Ökosystemen und der Biodiversität, von dem jetzt ein Zwischenbericht erschienen ist.
Les investissements en faveur de la réhabilitation et de la conservation des écosystèmes de la terre, dotés d’une valeur de plusieurs billions de dollars, peuvent jouer un rôle clef dans la lutte contre le changement climatique et le renforcement de la résilience des systèmes économiques sensibles aux aléas et changements climatiques. Ainsi retentit l’un des plus importants résultats de TEEB, un projet global pour l’étude de l’économie des écosystèmes et de la biodiversité, pour lequel un rapport intermédiaire vient de paraître.
TEEB (The Economics of Ecosystems and Biodiversity) wurde von Deutschland und der Europäischen Kommission auf Vorschlag der G8+5-Umweltminister (Potsdam 2007) zur Untersuchung des ökonomischen Werts der biologischen Vielfalt initiiert. Die Studie wird unter der Schirmherrschaft des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) durchgeführt. In einem Zwischenbericht wurden wichtige Resultate präsentiert.
Dem Bericht zufolge wird die biologische Vielfalt zunehmend von den Auswirkungen des Klimawandels bedroht. Gleichzeitig sind natürliche Ökosysteme einer der wichtigsten, noch nicht mobilisierten Verbündeten im Kampf gegen die grösste Herausforderung für unsere Generation, heisst es in dem Bericht, der im Rahmen der Vorarbeiten für eine abschliessende Studie im Jahr 2010 erstellt wurde.
Schätzungsweise fünf Milliarden Tonnen bzw. 15 Prozent des weltweiten Ausstosses von Kohlendioxid werden jährlich von den Wäldern absorbiert oder «sequestriert», die somit einen zentralen Beitrag zur Abschwächung des Klimawandels leisten. Investitionen in Massnahmen auf Ökosystemebene, z.B. zur Reduzierung der Emissionen aus der Entwaldung und Waldschädigung in Entwicklungsländern, könnten aber nicht nur zur Bewältigung des Klimawandels beitragen, sondern auch eine wirksame Armutsbekämpfungs sein.
Vielfältige Wälder stellen auch Leistungen wie etwa Trinkwasser, die Stabilisierung des Bodens, Nährstoffe für die Landwirtschaft, Möglichkeiten für Ökotourismus sowie Nahrung, Fasern und Brennstoffe bereit – die allesamt eine wichtige Pufferfunktion erfüllen, um anfällige Bevölkerungsgruppen vor den Auswirkungen des bereits in Gang befindlichen Klimawandels zu schützen.
TEEB fordert die Regierungen nachdrücklich auf, diese weitergehenden Vorteile in ein waldbezogenes Emissionshandelspaket einzubeziehen. Damit könnte der Weg für eine neue «Grüne Wirtschaft» im 21. Jahrhundert bereitet werden, in der Naturgüter bzw. naturbezogene Güter fester Bestandteil der allgemeinen Wirtschafts- und Politikplanung sind.
Die genaue Höhe der erforderlichen Investitionen zur Erhaltung und Stärkung der Kohlenstoffspeicherungs- und Anpassungsleistungen der Ökosysteme in einer vom Klimawandel bedrohten Welt ist zwar noch nicht bekannt, doch die aktuellen Zwischenergebnisse von TEEB weisen darauf hin, dass die ökologische Infrastruktur der Erde ein vorzügliches Renditepotenzial bietet. So könnten beispielsweise allein durch eine 45-Milliarden-US-Dollar-Investition in Schutzgebiete naturbezogene Leistungen im Wert von 5 Billionen US-Dollar pro Jahr gesichert werden.
Keywords:
Ökosystemleistungen, TEEB, Wert der Biodiversität
Art der Publikation:
Bericht
http://www.teebweb.org
Gesamter Bericht
Kontaktadresse:
Carsten Neßhöver, Christoph Schröter-Schlaack
TEEB Scientific Coordination
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ
Permoserstr. 15
D-04318 Leipzig
teeb@ufz.de
Tel: +49 (0)341 235 1649 / 1475
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