19.1.2010: Forschung CH

Totholz ist Leben

Le bois mort donne vie



Pierre Mollet, Niklaus Zbinden, Hans Schmid

Gemäss dem Schweizerischen Landesforstinventar (LFI) hat die Menge an Totholz im Schweizer Wald in den letzten zwanzig Jahren stark zugenommen. Die Daten der Avifauna-Überwachungsprogramme der Schweizerischen Vogelwarte zeigen, dass im selben Zeitraum auch die Bestände von Vogelarten zugenommen haben, für die Totholz ein wichtiges Lebensraumelement ist.

Selon l’inventaire forestier national suisse (IFN), le taux de bois mort dans les forêts suisses a fortement augmenté au cours des vingt dernières années. Les données du programme de surveillance de l’avifaune de la Station ornithologique suisse montrent que les peuplements d’oiseaux, pour lesquels le bois mort constitue un élément important de leur habitat, ont également augmenté au cours de cette période.


Die Resultate der Brutvogel-Bestandsüberwachungsprogramme der Schweizerischen Vogelwarte zeigen, dass die Bestände mehrerer Waldvogelarten, für die Totholz ein wesentliches Lebensraumelement ist (Schwarzspecht, Buntspecht, Mittelspecht, Kleinspecht, Grünspecht und Dreizehenspecht sowie Hauben- und Mönchsmeise und Waldbaumläufer), im Zeitraum 1990 bis 2008 angewachsen sind, wenn auch nicht bei allen Arten im selben Ausmass. In etwa denselben Zeitraum fällt die deutliche Ausweitung des Verbreitungsgebiets des Weissrückenspechts in der Ostschweiz. Ebenfalls ungefähr im selben Zeitraum haben gemäss dem Schweizerischen Landesforstinventar die Mengen an Totholz im Schweizer Wald deutlich zugenommen. Mit Ausnahme von Grünspecht und Mittelspecht ist bei allen Arten die Zunahme von Totholz im Wald mit grosser Wahrscheinlichkeit der wichtigste Grund für die Bestandszunahmen.

Keywords:
Spechte, Totholz, Populationstrend

Art der Publikation:
Fachpublikation

Literatur:
Mollet P., Zbinden N., Schmid H. (2009). Steigende Bestandszahlen bei Spechten und anderen Vogelarten dank Zunahme von Totholz? Schweizerische Zeitschrift für Forstwese 160/11: 334-340
http://dx.doi.org/10.3188/szf.2009.0334

Kontaktadresse:
Pierre Mollet, Schweizerische Vogelwarte, 6204 Sempach
pierre.mollet@vogelwarte.ch
Tel: +41 (0)41 462 97 41


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