12.2.2026: weitere Publikationen

Leitfaden zur Wiederherstellung feuchter und nasser Wälder

Guide pour la restauration des forêts humides et marécageuses



Karen Bussmann-Charran, Vorburger Christoph, Pärli Rea et al.

Feuchte Wälder liefern zahlreiche wertvolle Ökosystemleistungen. Durch jahrhundertelange Entwässerungen sind sie allerdings weitgehend verschwunden. Ein neuer Leitfaden zeigt, wie ihre Wiederherstellung in der Schweiz gezielt geplant und umgesetzt werden kann.

Les forêts humides fournissent de nombreux services écosystémiques précieux. Mais elles ont en grande partie disparu avec les drainages au cours des siècles. Un nouveau guide en allemand (version française à venir) montre comment leur restauration peut être planifiée et mise en œuvre de manière ciblée en Suisse.


Feuchte Wälder bieten neben der Förderung der Biodiversität zahlreiche Ökosystemleistungen: Sie erhöhen durch höhere Grundwasserspiegel die Resilienz gegenüber Trockenheit und Dürre, tragen zum Wasserrückhalt und Hochwasserschutz bei, schaffen ein kühleres Mikroklima und verbessern die Wasserqualität. Zudem leisten sie durch Kohlenstoffspeicherung einen Beitrag zum Klimaschutz und dienen als wertvolle Naherholungsräume. Es können sich aber auch Zielkonflikte ergeben, etwa mit der forstlichen Nutzung.
Feuchte Wälder sind artenreiche, schützenswerte Lebensräume und können in 21 Waldgesellschaften unterteilt werden. Sie wurden jedoch in den letzten Jahrhunderten durch Entwässerung zu Gunsten von Forst- und Landwirtschaft stark beeinträchtigt. Im Rahmen der Schweizer Biodiversitätsstrategie soll der Verlust dieser Lebensräume durch Erhalt, Aufwertung und Wiederherstellung teilweise umgekehrt werden.
Im Rahmen eines transdisziplinären und partizipativen Prozesses wurde ein Leitfaden zur Wiederherstellung feuchter und nasser Wälder erarbeitet. Er basiert auf dem Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen Expert:innen aus der Verwaltung und dem praktischen Naturschutz sowie Forschenden verschiedener Fachrichtungen. Die Inhalte wurde in mehreren Workshops definiert, diskutiert und erarbeitet. Der nun erschienene Bericht beschreibt Ziele und Massnahmen zur Wiederherstellung feuchter und nasser Wälder in der Schweiz.
Geeignete Standorte für Wiederherstellungsmassnahmen sind unter anderem staunasse Senken, Bach- und Flussufer, Moorumgebungen, ehemalige Überschwemmungsgebiete sowie Quellbereiche. Historische Karten und Flurnamen liefern oft Hinweise auf solche Flächen. Zentrale Massnahmen sind wasserbauliche Eingriffe wie das Aufheben von Entwässerungen, die Revitalisierung von Gewässern oder das Anlegen von Kleingewässern sowie waldbauliche Massnahmen wie die Förderung standorttypischer Baumarten und die Entfernung unerwünschter Vegetation (Neophyten, Entbuschung von Moorflächen). Begleitende Pflege- und Kontrollmassnahmen sind für den langfristigen Erfolg entscheidend. Eine besondere Rolle kann der Biber spielen. Seine Bautätigkeit fördert natürliche Wiedervernässungsprozesse und schafft Biodiversitäts-Hotspots. Seit 2025 können Biberlebensräume als Waldreservate anerkannt und finanziell unterstützt werden.

Quelle: Synthesezentrum Biodiversität

Keywords:
Feuchtwälder, Leitfaden, Ökosystemleistungen, Revitalisierung, Biber

Art der Publikation:
Bericht

Literatur:
Bussmann-Charran K, Vorburger C, Pärli R et al. (2025) Biodiversität fördern durch die Wiederherstellung feuchter und nasser Wälder. Synthesezentrum Biodiversität. 121 S.


Zum Bericht

Kontaktadresse:
Karen Bussmann-Charran
Eawag
Synthesezentrum Biodiversität
Überlandstrasse 133
CH-8600 Dübendorf
karen.bussmann-charran@eawag.ch
Tel: +41 (0)58 765 64 30


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