24.5.2023: weitere Publikationen
Die Landschaft bleibt trotz einiger Erfolge unter Druck
Le paysage reste sous pression, malgré quelques succès
Bundesamt für Umwelt BAFU und Eidg. Forschungsanstalt WSL (Hrsg.)
Das Programm «Landschaftsbeobachtung Schweiz» (LABES) dokumentiert die Veränderungen und die Wahrnehmung unserer Landschaften. Siedlungen und Verkehrsinfrastrukturen expandieren, die Bodenversiegelung schreitet voran und Stadtgrün verschwindet weiterhin. Es gibt aber auch gute Nachrichten: Einige negative Trends haben sich in den letzten Jahren abgeschwächt; die Nutzungsvielfalt in der Landwirtschaft ist sogar wieder leicht gestiegen.
Le programme « Observation du paysage suisse » (OPS) documente les transformations de nos paysages ainsi que leur perception par la population. Le milieu bâti et les infrastructures de transport s’étendent, l’imperméabilisation du sol se poursuit et les espaces verts en ville continuent de reculer. Mais il y a aussi de bonnes nouvelles : certaines tendances négatives se sont affaiblies ces dernières années ; la diversité des formes d’exploitation dans l’agriculture a même de nouveau légèrement augmenté.
Die Landschaft und deren Wahrnehmung verändern sich ständig. Das Programm Landschaftsbeobachtung Schweiz (LABES) dokumentiert diesen Wandel und misst in regelmässigen Abständen sowohl den physischen Zustand der Landschaft als auch die Wahrnehmung der Landschaft durch die Bevölkerung.
Die neusten Ergebnisse zeigen, dass die Landschaft trotz einiger Erfolge weiterhin unter Druck steht. Die Siedlungsfläche wächst, das Verkehrsnetz dehnt sich weiter aus. Durch die wachsenden Siedlungen und Verkehrsinfrastrukturen wird die Landschaft zersiedelt und zerschnitten. Künstliche Oberflächen versiegeln die Böden, und die Gebäudefläche nimmt auch ausserhalb der Bauzonen zu. Diese Entwicklung fällt der Bevölkerung kritisch auf. Im Gegensatz dazu nimmt die Bevölkerung die Renaturierungen von Flüssen und Bächen positiv wahr.
Die Folgen des erhöhten Nutzungsdrucks durch Bevölkerung und Wirtschaft zeigen sich auch in anderen Bereichen: Die mit der Ausdehnung von Siedlungen und Infrastrukturen verbundenen Lichtemissionen drängen die Dunkelheit auf immer kleinere Bereiche zurück. Siedlungen rücken öfter direkt an den Wald heran, und in Überbauungen nehmen die Grünflächen ab.
Trotz gewisser positiver Entwicklungen – beispielsweise wächst die Siedlungsfläche erstmals etwas langsamer als die Bevölkerung, und die Vielfalt landwirtschaftlicher Nutzungen wächst – bleibt die Landschaft unter Druck.
Ohne Massnahmen, welche die Landschaftsqualität erhalten und verbessern, werden die vom Bundesrat im Landschaftskonzept Schweiz angestrebten Ziele nicht erreicht. Damit die Vorzüge der Schweizer Landschaften bewahrt bleiben und ihre wertvollen Leistungen für Bevölkerung und Wirtschaft nicht verloren gehen, muss die Qualität der Landschaft bei der Planung und Nutzung stärker berücksichtigt werden.
Quelle: BAFU
Keywords:
LABES, Landschaften, Zersiedelung, Versiegelung, Lichtverschmutzung, Monitoring
Art der Publikation:
Bericht
Literatur:
BAFU und WSL (Hrsg.) (2022): Landschaft im Wandel. Ergebnisse aus dem Monitoringprogramm Landschaftsbeobachtung Schweiz (LABES). Bundesamt für Umwelt BAFU, Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL, 53 S.
Zur Publikation
Kontaktadresse:
Matthias Stremlow
Bundesamt für Umwelt
Abteilung Biodiversität und Landschaft
Sektion Landschaftspolitik
CH-3003 Bern
landschaft@bafu.admin.ch
Zurück zur Liste