Rapport annuel 2024 pour

td-net: Network for Transdisciplinary Research


Président/Présidente: Prof. Dr. Christoph Küffer (OST)

De: Theres Paulsen, theres.paulsen@scnat.ch

Zusammenfassung


1. Überblick

Das td-net hat im Jahr 2024 seine Position im Wissenschaftssystem weiter konsolidiert. Es agiert als Knotenpunkt für Wissensaustausch und -transfer, für strategische sowie methodische Beratung und für die Weiterentwicklung im Bereich der Transdisziplinarität – mit wachsender Relevanz sowohl im nationalen als auch im internationalen Kontext. Dabei gelingt es, aktuelle Entwicklungen in Forschung, Lehre und Praxis aufzugreifen und gezielt Impulse einzubringen. Ziel bleibt es, transdisziplinäre Ansätze systematisch zu verankern und entlang konkreter Bedarfe weiterzuentwickeln. Grundlage dieser Arbeit sind unter anderem die open-access verfügbaren Ressourcen des td-net, mit deren Hilfe die inhaltliche Basis verbreitert und die Wirkung langfristig systemisch abgesichert werden soll.

Ein Schwerpunkt des Berichtsjahrs lag auf der Mitorganisation der internationalen ITD-Konferenz in Utrecht, die unter dem Dach der Global Alliance for Inter- and Transdisciplinarity (ITD Alliance) in Zusammenarbeit mit der Universität Utrecht durchgeführt wurde. Die Konferenz bot nicht nur internationale Sichtbarkeit für transdisziplinäre Forschung, sondern auch Raum für methodische und institutionelle Weiterentwicklungen im globalen Austausch.

Auf nationaler Ebene blieb das td-net aufmerksam gegenüber gesellschaftlichen Entwicklungen, etwa in der Förderung sozialer Innovationen oder im Bereich Bildung. Besonders prägend war die wissenschaftliche Begleitung des SWEET-Programms des Bundesamts für Energie (BFE), das die transdisziplinäre Ausrichtung in der Energieforschung stärkt. Zudem wurde das Förderprogramm U-Change für studentische Nachhaltigkeitsinitiativen im schweizweiten Hochschulbereich abgeschlossen. Damit endete ein Programmzyklus, der über mehrere Jahre gezielt transdisziplinäres Engagement von Studierenden unterstützt und ihnen einen aktiven Handlungsraum eröffnet hat.

Auch innerhalb der Akademien wurde das td-net in strategische Aktivitäten eingebunden und hat sich in verschiedene Projekte aktiv eingebracht. Im Rahmen des Projekts «pasa-bene – Anstellungsmodell für pflegende Angehörige», das gemeinsam mit Science et Cité und der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)durchgeführt wird, fanden 2024 insgesamt vier thematische Werkstattgespräche mit Expert:innen aus der Praxis statt. Diese dienten der Vorbereitung weiterer Projektschritte, darunter ein geplanter Bürger:innendialog in zwei Regionen sowie die strukturierte Diskussion gesellschaftsrelevanter Forschungsfragen (Folgeaktivitäten 2025).

Im Laufe des Jahres musste das td-net Abschied nehmen von Prof. Julie Thompson Klein (USA), die über viele Jahre hinweg die Entwicklung der transdisziplinären Forschung in der Schweiz engagiert begleitet und mitgeprägt hat. Ihr Wirken zeigte sich nicht nur in zahlreichen Publikationen, sondern auch in ihrer aktiven Rolle beim Aufbau internationaler Netzwerke. Zur Würdigung ihres Beitrags wurde gemeinsam mit PD Dr. Bianca Vienni Baptista (ETH Zürich) und Dr. Sabine Hoffmann (Eawag und td-net-Beirat) ein künstlerisches Projekt initiiert, das typische Formen der Zusammenarbeit und persönliche Begegnungen mit Julie Thompson Klein thematisiert. Das Werk wurde erstmals an der ITD-Konferenz 2024 präsentiert und soll künftig weitere Gelegenheiten zur Auseinandersetzung mit transdisziplinärem Denken in ihrer Tradition schaffen.

 

2. Wissenschaftlicher Beirat des td-net

Im Jahr 2024 hat der Wissenschaftliche Beirat seine Rolle als strategisch-methodische Reflexionsinstanz und fachliche Ressource des td-net weiter gestärkt. Mit hoher fachlicher Expertise und grossem Engagement wirkte der Beirat bei der Organisation der internationalen ITD24-Konferenz in Utrecht mit. Mitglieder des Beirats übernahmen eine zentrale Rolle in der Evaluation der eingereichten Beiträge und waren mit einer gut vertretenen Delegation vor Ort präsent. Die Mitwirkung an der Konferenz unterstrich einmal mehr die Bedeutung des Beirats als Impulsgeber für transdisziplinäre Entwicklungen auf nationaler wie internationaler Ebene – und als unverzichtbare Unterstützung für die Akademien bei der Erfüllung ihres Leistungsauftrags im BFI-Bereich.

Im Winter 2024 ging die erste Amtszeit von Prof. Christoph Küffer als Präsident des Wissenschaftlichen Beirats zu Ende. Das td-net konnten ihn erfreulicherweise für eine zweite Amtszeit gewinnen und er wurde vom Vorstand der SCNAT gerne wiedergewählt. Mit seiner langjährigen Erfahrung als Professor für Siedlungsökologie an der OST Ostschweizer Fachhochschule sowie seinem fundierten Verständnis für die strukturellen Herausforderungen transdisziplinärer Forschung hat er in den vergangenen Jahren wichtige Impulse gesetzt – insbesondere durch die konsequente Einbindung der Fachhochschulen in die Arbeit des Beirats und sein Engagement für eine erhöhte Diversität in disziplinärer, institutioneller und methodischer Hinsicht. In seiner zweiten Amtsperiode wird er diesen Weg fortsetzen und die strategische Weiterentwicklung des Beirats inhaltlich wie strukturell weiter begleiten. Unter seiner Leitung hat sich der Beirat als profilierte Reflexionsinstanz etabliert, die an zentralen Schnittstellen zwischen Forschung, Praxis und Förderung wirksam agiert.

2024 engagierten sich folgende Personen im td-net Beirat:

Wissenschaftlicher Beirat

Prof. Dr. Christoph Küffer, Ostschweizer Fachhochschule, Institut für Landschaft und Freiraum, Präsident seit 2022

Prof. Dr. Christa Binswanger, Universität St. Gallen
Dr. Astrid Bjoernsen, WSL
Prof. Dr. Frédéric Darbellay, Université de Genève
Dr. Sabine Hoffmann, EAWAG
Prof. Dr. Johanna Jacobi, ETH Zürich
Dr. Olivier Jacquat, Wyss Academy for Nature at the University of Bern
Prof. Dr. Christian Kull, Université de Lausanne 
Prof. Dr. Christian Pohl, ETH Zürich
Basil Rogger, ZHDK
Dr. Anaïs Sägesser, scaling4good  
Prof. Dr. Ulrike Sturm, Hochschule Luzern
Prof. Dr. Susan Thieme, Universität Bern

ex officio Mitglieder 

Dr. Elisabeth Ehrensperger (TA-SWISS)
Dr. Daniel Marti (SBFI)
Dr. Pierre Willa (SNF)
Dr. Filippo Lechthaler (SCNAT)
Dr. Sara Elmer (SAGW)

 

3. Programmleitung U Change

Von 2017 bis 2024 unterstützte das Förderprogramm U Change studentische Projekte für nachhaltige Entwicklung an Schweizer Hochschulen. Insgesamt wurden 138 Projekte realisiert und acht nationale Sustainable University Daysdurchgeführt. Das Jahr 2024 markierte mit zwei Konferenzen, der Begleitung von 53 laufenden Projekten sowie der Ausarbeitung eines Antrags für eine Anschlussfinanzierung im Rahmen der Projektgebundenen Beiträge (PgB) «Stärkung einer Nachhaltigkeitskultur» den Abschluss des Programms. Der Antrag für eine weitere Förderperiode blieb leider ohne Erfolg.

Die Wirkung von U Change zeigt sich in vielfältiger Weise: Aus geförderten Projekten gingen an mehreren Hochschulen strategische Folgeaktivitäten hervor, neue Förderplattformen entstanden – etwa Students4Sustainability in Bern – und hochschulübergreifende Kooperationen, etwa zwischen ZHAW, HES-SO und Pädagogischen Hochschulen, wurden gestärkt. Auch die Zusammenarbeit zwischen Studierenden und Hochschulen intensivierte sich deutlich. Zahlreiche Projekte bestehen über das Förderende hinaus weiter und leisten einen nachhaltigen Beitrag – innerhalb wie ausserhalb der Hochschulen.

Wesentlich war dabei auch, dass Hochschulen durch U Change die Bedürfnisse und Herausforderungen der Studierenden besser kennenlernten. Dies führte unter anderem zu gezielten Mentoringangeboten und zur Weiterentwicklung bestehender Förderinstrumente.

Mit vergleichsweise geringen Mitteln hat U Change über acht Jahre hinweg einen bedeutenden Beitrag zur Förderung studentischen Engagements und zur strukturellen Verankerung von Nachhaltigkeit an Schweizer Hochschulen geleistet.

Folgende Persönlichkeiten von verschiedenen Hochschulen engagierten sich im Leitungsgremium:

Christian Pohl (ETH Zürich), Vorsitz

Dominik Allenspach (Pädagogische Hochschule Zürich)
Dominique Bollinger (HES-SO)
Manuel Fischer (Berner Fachhochschule)
Nico Frommherz (Vertreter der Studierenden der FH; ZHAW)
Benoît Frund (Universität Lausanne)
Chiara Guasso (Vertreterin der Studierenden der PH; PH LU)
Yael Kälin (Vertreterin der Studierenden der UH; UZH)
Christine Künzli (Pädagogische Hochschule FHNW)
Heike Mayer (Universität Bern)
Arne Menn (Universität Basel)
Alain Pache (Haute école pédagogique du canton de Vaud)
Angela Serratore (Focus Sustainability)
Livia Sommerville (FHGR)

 

4. Fachstelle des td-net

Die vielfältigen Projekte wurden in der Fachstelle des td-net im Jahr 2024 von folgenden Personen geleitet und begleitet:

Theres Paulsen, Leiterin td-net

Dr. Stefan Müller, Projektleiter Schwerpunkt Ausbildung, Coaching und Beratung
Yves Gärtner, Projektleiter Programm U Change
Johan Nöthiger, Projektleiter Syntheseunterstützung Programm SWEET/Bundesamt für Energie
Lucrezia Oberli, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Programm U Change
Minea Mäder, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Schwerpunkt Methodenangebote
Samuel Rhomberg, Assistent der Fachstelle und Kommunikationsprojekte (Newsletter, Tour d’Horizon)

 

Das Praktikum von Minea im Winter 2023/Frühjahr 2024 im td-net war in mehrfacher Hinsicht ein grosser Gewinn. Sie brachte frische Impulse und den Schwung aus ihrer Masterarbeit in die Moderation des tdMOOC ein und leitete diesen mit grosser Souveränität und viel Engagement. Besonders erfreulich war, dass das Praktikum schlieeslich in eine Festanstellung mündete – ein Gewinn für beide Seiten und ein schönes Beispiel für gelungene Nachwuchsförderung in der Fachstelle.

Stefans Einsatz in der strategischen Ausrichtung der Dienstleistungen des td-net, in der Überarbeitung und Erprobung von Schulungsunterlagen sowie in der inhaltlichen Bedarfsabklärung gemeinsamer Themen und Bedürfnisse von Forschungsförderinstitutionen setzt neue Massstäbe für das Angebot und die Arbeitsweise des td-net.

Yves und Lucrezia haben sich mit grossem Engagement und Nachdruck für den erfolgreichen Abschluss des U Change-Programms eingesetzt. Neben der Projektbegleitung und einer letzten Ausschreibung waren insbesondere die beiden Jahrestagungen – eine mit den Hochschulen in Sion (Wallis) und eine mit den Hochschulen in Zürich – mehrsprachige Unterfangen, die in allen Landessprachen durchgeführt und kommuniziert wurden. Die Ziele des Programms wurden durch ihren Einsatz klar übertroffen. Umso mehr wurde von verschiedenen Hochschulen bedauert, dass zentrale Elemente des Programms nach 2024 keine Fortsetzung finden. Dies wurde als nicht schliessbare Lücke in der nachhaltigen Entwicklung der Hochschulen wahrgenommen.

Samuel steht in regelmässigem Austausch mit der nationalen wie auch internationalen Community. Mit der Betreuung der Website, des Newsletters und der Literaturumfrage sorgt er dafür, dass der Informationsaustausch über fachliche und geografische Grenzen hinweg reibungslos funktioniert und keine Barrieren entstehen.

Johan bringt seine fachliche Expertise in den Syntheseprozess des Energieforschungsprogramms SWEET ein und stellt sicher, dass robuste, konsortienübergreifende Informationen und Empfehlungen aus der Forschung an Gesellschaft und Politik weitergegeben werden können.

Theres engagiert sich in mehreren Projekten und positioniert das td-net in der Forschungslandschaft auf nationaler und internationaler Ebene. Besonders wichtig sind dabei ihre Vorstandstätigkeit in der globalen Alliance for Inter- and Transdisciplinarity sowie die Kontakte zu Institutionen im Bildungs- und Innovationsbereich. Im Jahr 2024 standen die Organisation der ITD24 in Utrecht sowie die Forderung nach einer stärkeren Förderung sozialer Innovationen in der Schweiz im Vordergrund.



Publikationen


Laursen, B., Vienni-Baptista, B., Bammer, G., Di Giulio, A., Paulsen, T. Robson-Williams, M. & Studer, S. (2024): Toolkitting: an unrecognized form of expertise for overcoming fragmentation in inter- and transdisciplinarity. In: Humanities and Social Sciences Communications, 11(1), 857. [https://www.nature.com/articles/s41599-024-03279-9]

Müller, S. & Mäder, M. (2024): Support for Improved Implementation of Inter-/Transdisciplinarity in SWEET. Bundesamt für Energie. Online verfügbar unter https://www.bfe.admin.ch/bfe/de/home/forschung-und-cleantech/foerderprogramm-sweet/td-und-wtt-fuer-sweet.html

Swiss Academies of Arts and Sciences, Network for Transdisciplinary Research (td-net) 2024. Tour d’Horizon of Literature 2023. [go.transdisciplinarity.ch/TourDHorizon ]

 

Online Produkte 

td-Info: monatlicher elektronischer Newsletter (öffentlich): 1479 Abonnent:innen (Bilanz: +153 neue Einschreibungen)

X: @td-net – wird aus strategischen Gründen nicht mehr aktiv bedient, hat aber nach wie vor 1207 Follower (-86 Follower)

LinkedIn Fokusseite: 716 Follower (+404 Follower)

Publikationsradar: Darstellung der Anzahl Publikationen im Bereich der Inter- und Transdisziplinarität, https://en.transdisciplinarity.ch/literature/publication-analysis/publication-radar (Quelle: Web of Science-Datenbank)

Tourd’Horizon of Literature 2023 (Umfrage im Netzwerk mit der Beteiligung von 29 Personen, Anzahl kommentierter Beiträge 53)

3 Websites: transdisciplinarity.ch | go.transdisciplinarity.ch/toolbox | www.u-change.ch (nicht mehr aktiv)

SCNAT– Dossier Transdisziplinär forschen: https://naturwissenschaften.ch/transdisciplinarity



Tagungen / Kurse


Sustainable University Day 22.-23.03.24. «Nachhaltigkeit in der Praxis: Berufe, Felder, Politik», Sion, ca. 200 Teilnehmende aus der ganzen Schweiz

Mittagsveranstaltung «Erfolgreiche Anträge: td-net bietet Orientierung und Tools für inter- und transdisziplinäre Forschung» im Rahmen des FOMA-Webinars an der Philosophisch-humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität Bern, online, 16.05.2024, rund 10 Teilnehmer:innen und das Webinar bleibt zur asynchronen Teilnahme im Intranet abrufbar

Ganztägige Veranstaltung mit den Koordinator:innen und weiteren Personen aus den Konsortien im Rahmen des programmweiten Syntheseprozesses für SWEET, Bern, 05.09.2024, 15 Teilnehmer:innen

Universität Zürich (UZH) Studienwoche «Nachhaltige Entwicklung und Transformation», Co-Teaching mit Prof. Michael Stauffacher ETH Zürich), Zürich, 10.9.2024

Serie mit 4 halbtägigen Werkstattgesprächen «Fachwelt im Dialog», Projekt «pasa-bene» Pflegende Angehörige bei der Spitex anstellen: Dialog und Gute Praxis zum Anstellungsmodell fördern, Projektleitung PD Dr. Iren Bischofberger, Verein rethinking care in Kooperation mit td-net, SAGW und Science et Cité, November/Dezember 2024, 35 Fachpersonen

Halbtägiger Workshop «How to Successfully Engage With Stakeholders» für Vertreter:innen aus den Gemeinsamen Initiativen (ETH-Bereich), organisiert durch die ETH Zürich und die Eidg. Forschungsanstalt WSL, online/Zürich, 22./23.10.2024, je rund 20 Teilnehmer:innen

Universität Zürich (UZH), Citizen Science Zürich, Online-Kursserie: Methoden am Montag, 7 Veranstaltungen (einmal im Monat) zu Methoden für die Ko-Produktion von Wissen, je etwa 20 Teilnehmende.

Halbtägige Veranstaltung «Empfehlungen aus der SWEET-Synthese» für geladene Gäste im Rahmen der ETH Energy Week 2024, Zürich, 05.11.2024, rund 20 Teilnehmer:innen

ITD24: Inter- and Transdisciplinarity Beyond Buzzwords, Railway Museum in Utrecht, the Netherlands, rund 500 experts, teachers and researchers from all over the world, 4 to 8 November 2024

Sustainable University Day 12.11.24, Zürich, ca. 220 Teilnehmende aus der ganzen Schweiz

Ganztägiger «Workshop on Improving the Implementation of Inter-/Transdisciplinarity in SWEET» für die Konsortien SHARP und ACHIEVE im Rahmen der Vollantragstellung, Bern, 25./26.11.2024, je 7 Teilnehmer:innen



Internationale Aktivitäten


Aktive Mitarbeit im Leadership Board der Global Alliance of Inter- and Transdisciplinarity (ITD-Alliance.org)

Aktive Mitarbeit in den ITD Alliance Working Groups Toolkits & Methods (https://itd-alliance.org/working-groups/toolkits_methods/) und Integration Experts and Expertise (https://itd-alliance.org/working-groups/integration-experts/)

Mandat im Partner*innenkreis der tdAcademy (D): https://td-academy.org/tdacademy/kooperationen2/

Mitglied in der Gesellschaft für transdisziplinäre und partizipative Forschung e. V. (GTPF) (https://gtpf.science/)



Nachwuchsförderung


Auf der Grundlage der Toolbox haben wir mehrere Methodenworkshops angeboten, um den wissenschaftlichen Nachwuchs mit den Methoden der ITD-Forschung vertraut zu machen.

Auch 2024 bewarb das td-net den Massive Open Online Course (MOOC) zur Transdisziplinären Forschung, ein Schweizer Kooperationsprojekt der Akademien der Wissenschaften Schweiz mit td-net und KFPE, Swiss TPH, Universität Basel, Universität Bern, ETHZ, Université de Genève und der Hochschule Luzern. Der Kurs wurde in Zusammenarbeit mit dem New Media Center der Universität Basel produziert und umfasst Videos, Artikel und Infografiken auf der MOOC-Plattform Tales. Lehrende an Schweizer Hochschulen wurden informiert, wie der MOOC in ihre Lehrveranstaltungen integriert werden kann. Für ein interaktives Lernerlebnis bot das td-net eine moderierte Lerngruppe an. Über 6 Wochen begleiteten motivierende E-Mails, virtuelle Flipcharts und Online-Meetings den Lernprozess und den Austausch zwischen den Teilnehmenden, dem td-net-Team und den Educators des MOOC. Rund 120 Teilnehmende global waren wiederum eingeschrieben, die die Motivationsemails während der Durchführung erhielten; zwischen 18 und30 Teilnehmende waren aktiv an den Live-Sessions (Zoom); das td-net erteilte 17 Teilnahmebestätigungen/Zertifikate (gemäss Kriterien).

Das td-net leitet das Förderprogramm für studentische Nachhaltigkeitsprojekte U Change und ermöglicht damit auch transdisziplinäre Projektarbeit.



Forschungsunterstützende Informations- und Koordinationsaufgaben


1. Programmberatung

2024 konnte das td-net seine mandatierte Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Energie (BFE) im Rahmen des Förderprogramms SWEET erfolgreich konsolidieren. Es beriet das BFE bei der Integration inter- und transdisziplinärer Forschung in der Ausschreibung zum Thema «Net-zero», unterstützte Konsortien durch Begleitdokumente und Workshops und schlug Expert:innen für das Evaluationspanel vor. Auch mit den bereits geförderten Konsortien und der Begleitforschung an der ETH Zürich stand das td-net im engen Austausch.

Ein weiterer Fokus lag auf dem Aufbau eines programmweiten Syntheseprozesses. Dieser zielt darauf ab, zentrale Erkenntnisse aus SWEET-Konsortien aufzubereiten und an politische Entscheidungsträger:innen zu vermitteln. Die Pilotdurchführung 2024 umfasste eine interne Synthesewerkstatt und eine externe Veranstaltung im Rahmen der ETH Energy Week. Weitere Durchführungen sind für 2025 vorgesehen.

Zudem prüfte das td-net den Aufbau einer Arbeitsgruppe zum Austausch zwischen Förderinstitutionen mit Fokus auf Inter- und Transdisziplinarität. In einer Machbarkeitsstudie mit zehn Organisationen wurde grosses Interesse bestätigt; ein erstes Arbeitstreffen ist für 2025 geplant.

Ergänzend unterstützte das td-net die Direktion der Empa bei der Weiterentwicklung des neuen Förderprogramms «Hubs» für den ETH-Bereich und wird 2025 ein begleitendes Dokument zur Stärkung transdisziplinärer Ansätze in der Programmdurchführung erarbeiten.

Das td-net arbeitet mit der Wyss Academy for Nature mit, um deren transdisziplinären Transformations-Projeke zu begleiten und zu evaluieren.

 

2. Projektberatung

Im Rahmen des CAS One Health der Universität Bern wirkte das td-net 2024 bei der Konzeption und curricularen Entwicklung mit. Es wird sich 2025 mit Lehrmodulen zur Problemrahmung, Wissensintegration, Stakeholderanalyse und Wirkungsorientierung beteiligen.

An der UZH arbeitet das td-net beim Projekt «Translating Transformations: Improving transdisciplinary transformative change initiatives by promoting critical social science literacy» in der Entwicklung und dem Testen von Methoden mit (SNSF Grant 10001A_215132/1).

 

3. Antragsberatung

2024 führte das td-net ein Webinar zur Antragstellung inter- und transdisziplinärer Forschung durch (organisiert durch die Universität Bern, FOMA). Im Anschluss erfolgten individuelle Beratungsgespräche. Darüber hinaus begleitete das td-net Vertreter:innen der Berner Fachhochschule bei der Entwicklung eines NCCR-Antrags zur Kreislaufwirtschaft. Die Entscheidung zur Förderung steht noch aus.



Früherkennung


Der Wissenschaftliche Beirat ist das Früherkennungsgremium und identifiziert in der Strategie des td-net, welche Themen in der Luft liegen, was bei der an sich erfreulichen Entwicklung, dass Transdisziplinarität zunehmend als eine Form wissenschaftlichen Arbeitens anerkannt wird, zu beachten ist. Er berücksichtigt insbesondere die Diversität der Fachbereiche und Themen, die es in Zukunft noch stärker zu berücksichtigen gilt (einschliesslich Kunst, Design, intersektorielle Zusammenarbeit in der Verwaltung und Gesellschaft). Schliesslich soll der Begriff nicht zu einem hohlen Schlagwort verkommen, sondern mit Qualitätsstandards weltweit vorangetrieben werden. Das td-net setzt derzeit wissenschaftspolitische Akzente.



Ethik


Obwohl Ethik nicht direkt im Leistungsauftrag des td-net verankert ist, bildet sie einen integralen Bestandteil transdisziplinärer Forschung. Daher wird der ethischen Dimension gesellschaftlich relevanter Forschungsprojekte in allen Trainings ein eigenes Kapitel gewidmet, das jeweils auf den konkreten Kontext abgestimmt ist. Auch im Methodenprojekt und im tdMOOC wird das Thema aufgegriffen.

Im Rahmen des Aufbaus der ITD Alliance sind insbesondere Diversität und Dekolonialisierung der Wissenschaft wichtige Diskussionsthemen. Dabei geht es auch darum zu erörtern, wie Wissenschaftler:innen ihre ethisch-soziale Verantwortung erkennen und übernehmen können.

Soziale Innovationen beinhalten auch ethische Dimensionen und werden vom td-net gegenüber den Forschungsförderungsagenturen und dem SBFI thematisiert. Bei der Evaluation neuer Projekte für die Projektgebundenen Beiträge (PgB) von swissuniversities bringt sich das td-net aktiv mit Bezug auf soziale Nachhaltigkeit, soziale Innovation und Chancengleichheit ein.

In TD-Projekten und -Prozessen stellen sich den Beteiligten spezifische Fragen der wissenschaftlichen Integrität, insbesondere in der Zusammenarbeit und der fairen Offenlegung von Beiträgen (auch von ausserwissenschaftlichen Partnern). Das td-net unterstützt die Beteiligten dabei, diese Anliegen zu berücksichtigen und umzusetzen.



Dialog mit der Gesellschaft


Gesellschaft findet daher eher indirekt im Rahmen der Zusammenarbeit in Projekten und Programmen statt.

Dabei weist das td-net aktiv darauf hin, dass der Dialog mit der Gesellschaft ein wichtiger Teil des Forschungsprozesses ist und dass transdisziplinäre Forschung nicht auf den klassischen, einseitigen Wissenstransfer beschränkt werden sollte. Wissensaustausch und gemeinsame Wissensgenerierung finden daher häufig auf verschiedenen Ebenen im Dialog mit der Gesellschaft statt. Die Methodensammlung kann die Beteiligten dabei unterstützen, weshalb Vorträge und Fortbildungen in diesem Bereich einen hohen Stellenwert im Tätigkeitsfeld des td-net einnehmen.