Forum Biodiversität Schweiz: Forum Biodiversité Suisse
Newsletter IBS
Im Jahr 2024 erschienen acht IBS-Ausgaben. Dabei konnte die Zahl der Abonnent:innen weiter gesteigert werden; inzwischen sind es mehr als 2360. Sämtliche bisher publizierten Ausgaben unseres Newsletters sind online verfügbar: biodiversity.scnat.ch/ibs
Zeitschrift HOTSPOT
Ausgabe 49/24 «Biodiversität in der Berufs- und Weiterbildung»
Im Mai 2024 erschien der HOTSPOT 49/24 zum Thema «Biodiversität in der Berufs- und Weiterbildung». Ob wir uns für die Natur zu begeistern vermögen, wird früh entschieden. Dabei hat Bildung immer mit Menschen zu tun, die es (im besten Fall) verstehen, das Feuer der Begeisterung weiterzureichen. Und mit Erfahrungen, die man auf einem Gebiet selbst machen darf. Diese Ausgabe von HOTSPOT zeigte auf, dass es in der Schweiz vorbildliche Initiativen gibt, um die Biodiversität im Bildungssystem zu stärken.
Ausgabe 50/24 «Visionen für die Biodiversität»
Die Herbstausgabe von HOTSPOT, welche im November erschien, widmete sich dem Thema «Visionen für die Biodiversität. Besonders interessant sind dabei Visionen aus der Wissenschaft, weil die Forschenden durch ihre Arbeit ständig mit dem Unbekannten in Berührung kommen. Ihre Visionen fördern kreatives Denken und innovatives Handeln - mit oftmals weitreichenden Auswirkungen für die Gesellschaft. Indem Visionen ein gemeinsames Verständnis und eine gemeinsame Zielsetzung schaffen, können sie richtungsweisend sein und Menschen vereinen.
Sämtliche bisher publizierten Ausgaben von HOTSPOT sind online verfügbar: biodiversity.scnat.ch/hotspot
SWIFCOB
An der SWIFCOB 24 vom 9. Februar 2024 in der UniS wurden Fragen zum globalen Rahmenabkommen
zur Biodiversität intensiv diskutiert: Was bedeuten die Ziele fu?r die Schweiz? Wie können
sie implementiert werden? Welche Rolle spielen Politik, Wirtschaft, Finanzsektor und Konsum? Es
wurde erkennbar, dass zu den Hauptfaktoren fu?r eine erfolgreiche Umsetzung die Kooperation und
Koordination zwischen den verschiedenen Sektoren und Politikbereichen, gemeinsame Visionen
und Geschichten gehören – und grundsätzlich ein neuer Gesellschaftsvertrag fu?r eine nachhaltige
und lebenswerte Zukunft nötig wäre. Neben den Referaten konnten sich die Teilnehmenden in einem
World Café am Nachmittag aktiv einbringen und u?ber erfolgreiche Massnahmen nachdenken,
wie die Ziele des globalen Biodiversitätsrahmens erreicht werden können.
Der Anlass war ausgebucht: Gut 230 Personen nahmen vor Ort teil. Zum ersten Mal war auch eine
Online-Teilnahme an der Tagung möglich, was ebenfalls rege genutzt wurde. Die Präsentationen, die Aufzeichnungen und der Tagungsbericht sind auf unserer Webseite verfügbar: biodiversity.scnat.ch/swifcob
IPBES
Januar 2024: Austausch und Beratung zum Aufbau der nationalen Plattform IPBES Austria (mit Prof. Alice Vadrot, Yvona Asbäck u.a.), erneutes Treffen im Oktober mit den beiden IPBES-Angestellten Simon Fellinger und Christian Lettner.
März/April 2024: Überarbeitung der Website IPBES.CH.
November 2024: Online-Austausch IPBES Capacity Building TSU zu Aktivitäten rund um ein Plenary mit IPBES National Focal Points weltweit. Am 29. November fand zudem eine Informationsveranstaltung im Haus der Akademien in Bern mit über 40 Teilnehmenden aus Wissenschaft, Bundesverwaltung und Privatsektor statt zu geplanten IPBES-Aktivitäten bis 2030. Dabei wurde auch der IPBES-Bericht zu invasiven gebietsfremden Arten vorgestellt.
Dezember 2024: Das Forum Biodiversität Schweiz war erstmals mit zwei Personen in der Schweizer Delegation an der 11. Plenarsitzung von IPBES vertreten und unterstützte vom 10. bis am 17. Dezember die Verhandlungen. Zur Vorbereitung besuchten wir das nationale IPBES-Forum von Deutschland in Bonn und nahmen an Online-Webinaren teil.
World Biodiversity Forum
Vom 15.-21. Juni 2024 fand das 3. World Biodiversity Forum in Davos statt. Das Forum Biodiversität organisierte den Workshop «TD_21.2 Conservation science, policy and diplomacy: Notes from the trenches of transdisciplinary research» zusammen mit Mollie Chapman, Transdiciplinarity Lab, ETH Zu?rich und Clara Zemp, Laboratory of Conservation Biology, Uni Neuchâtel.
Siedlungsnatur gemeinsam gestalten
Mit dem Projekt werden die Voraussetzungen geschaffen, Organisationen und Akteur:innen im Bereich Immobilien die Biodiversität langfristig und nachhaltig in ihren Tätigkeiten zu unterstützen. Dafu?r arbeiten das Forum Biodiversität Schweiz, die Natur Umwelt Wissen GmbH und der Verein scaling4good mit Pilotpartner:innen zusammen, welche private und öffentliche Gru?nräume aufwerten wollen – und zwar bezu?glich Biodiversität, Klimawandel und Aufenthaltsqualität.
2024 wurde das Projekt mit der Veröffentlichung zweier neuer Webtools und einem Netzwerkanlass im Juni abgeschlossen. Die neuen Tools unterstützen die Bau- und Immobilienbranche sowie die Siedlungsplanung dabei, die Biodiversität bei Projekten stärker zu berücksichtigen. Mit dem Tool BioValues lassen sich Bauprojekte mithilfe einfach messbarer Kennwerte evaluieren und optimieren. Die Toolbox Siedlungsnatur bietet Praxiswissen, erprobte Werkzeuge und Ideen, wie attraktive Wohn- und Arbeitsumgebungen und ökologisch wertvolle Lebensräume geschaffen werden können. Sie unterstützt Planerinnen und Planer dabei, Biodiversität in ihre Konzeption zu integrieren und Auftraggebenden den Mehrwert zu kommunizieren. Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter von Immobilien erhalten praktische Anleitungen für Pflege und Unterhalt. Zudem bietet die Toolbox Anregungen und Methoden für partizipative Moderationsprozesse, um alle Beteiligten abzuholen und einzubinden.
Biodiversität im Siedlungsraum: Richtwerte und Qualitätskriterien
Der Bericht «Richtwerte und Qualitätskriterien für Biodiversität im Siedlungsraum» zeigt die entscheidenden Schlüsselfaktoren für die Biodiversität im urbanen Raum auf. Auf dieser Grundlage werden Richtwerte und Qualitätskriterien vorgestellt, die Planer:innen dabei unterstützen, Biodiversität mithilfe geeigneter Planungsinstrumente in den Siedlungsraum zu integrieren.
Im Jahr 2024 wurden die Inhalte der Publikation fertiggestellt und durch Expert:innen begutachtet. Anschliessend wurden die Arbeiten für Illustration und Layout sowie die Übersetzung ins Französische und Italienische aufgenommen. Die Publikation wurde von der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt erstellt. Mittlerweile ist der Bericht in drei Sprachen verfügbar.
Immobilien und Biodiversität
Als Weiterführung des Projekts Siedlungsnatur gemeinsam gestalten wurde im Sommer 2024 ein Folgeprojekt lanciert. In Zusammenarbeit mit der SiedlungsNatur GmbH entstand eine neue Projektpartnerschaft mit der Somaha Stiftung. Ziel des Projekts ist es, das bewährte Kennwertsystem BioValues und die Toolbox Siedlungsnatur weiterzuentwickeln.
Während es bislang für die Anwendung auf Neubauten und Sanierungen ausgerichtet war, wird nun die Methodik weiterentwickelt, damit sie auch auf Bestandsimmobilien ausgeweitet werden kann. Mit dieser Weiterentwicklung sollen alle Akteur:innen entlang der Wertschöpfungskette in der Immobilienbranche von der Investition, der Planung, dem Bau bis zum Unterhalt ihre Biodiversitätspotenziale sowie konkrete Handlungsmöglichkeiten auch im Bestand systematisch erfassen und monitoren können. Dies ist ein bedeutender Schritt, denn der Anteil bestehender Gebäude übersteigt den von Neubauten bei Weitem. Das ökologische Wirkungspotenzial ist entsprechend gross.
Das Projekt gliedert sich in drei Hauptbereiche:
Im ersten Modul fokussieren wir darauf, wie Immobilieninvestor:innen ihre Wirkung auf Biodiversität erfassen und monitoren können. Als erster Schritt wurde 2024 ein erfolgreicher Roundtable mit Immobilieninvestor:innen durchgeführt. Dabei zeigte sich deutlich, dass die Abstimmung mit übergeordneten Gremien sowie die Integration in bestehende Nachhaltigkeitsstandards zentrale Voraussetzungen für eine wirksame Umsetzung darstellen.
Das zweite Modul fokussiert auf die Entwicklung einer Methode, um Biodiversitätspotenziale von Bestandesimmobilien zu erfassen. Hier wurden Gespräche mit potenziellen Pilotpartner:innen aufgenommen – insbesondere mit Organisationen, die über umfangreiche Immobilienportfolios verfügen. Ein bedeutender Meilenstein war das Kick-off-Meeting im Dezember mit den ersten Pilotpartner:innen. Parallel dazu wurde die Methodik zur Bewertung und Förderung der Biodiversität im Bestand in enger Zusammenarbeit mit Fachleuten aus Unterhalt und Pflege weiterentwickelt.
Das dritte Modul fokussiert auf die strategische Verankerung der entwickelten Methoden innerhalb der Immobilienbranche. Dazu werden Partnerschaften in den Bereichen Schulung, Weiterbildung sowie mit Zertifizierungsstellen geprüft. Zudem findet eine enge Abstimmung mit verschiedenen Kooperationspartner:innen statt, um Synergien zu nutzen und Wirkung zu entfalten.
Das Interesse aus der Branche ist gross: Im Jahr 2024 wurde das Projektteam mehrfach angefragt – für Präsentationen an nationalen Tagungen, Fachveranstaltungen sowie von relevanten Branchengremien. Dies unterstreicht die hohe Aktualität und Relevanz des Themas Biodiversität im Immobiliensektor.
Neuer Bericht zur Biodiversität in der Schweiz
Das Forum Biodiversität Schweiz hat 2024 mit den Arbeiten an der Konzeption eines Swiss Academies Report zur Biodiversität begonnen. Dieser soll einen neuen wissenschaftsbasierten Meilenstein bei den Publikationen zur Biodiversität in der Schweiz darstellen und Akteur:innen im Biodiversitätsbereich unterstützen sowie Politik und interessierte Öffentlichkeit informieren. Die Inhalte werden mit Einbezug von über 50 Expertinnen und Experten für verschiedene Biodiversitätsbereiche erarbeitet und basieren auf nationalen Monitoringprogrammen sowie weiteren aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Hauptbestandteile des Berichtes sind (1) die Entwicklungen der Biodiversität in der Schweiz seit 2010, wobei auch die langfristige Entwicklung berücksichtigt wird. (2) Die Thematisierung von gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen in Zeitachsen zu biodiversitätsrelevanten Ereignissen und (3) ein Ausblick in Form von wichtigen Stossrichtungen und soll zu einer lösungsorientierten Kommunikation beitragen.
Freilichtmuseum Ballenberg
Das Freilichtmuseum Ballenberg ist bekannt für seine Gebäude, seine Bauerngärten und seine Kulturlandschaften. Dass das Museum aber vielfältige Lebensräume, eine grosse Artenvielfalt und zahlreiche Nutztierrassen und Kulturpflanzensorten beheimatet und viel Potenzial hat, die Biodiversität auf seinem Areal weiter zu fördern, ist vielen nicht bekannt. 2025 macht der Ballenberg die Vielfalt der Natur noch sicht- und erlebbarer. Mit dem Jahresthema «Biodiversität – Der Ballenberg blüht!» lädt das Museum die Besuchenden ein, die Biodiversität und ihre Zusammenhänge zur Kulturlandschaft und Baukultur zu entdecken. Es zeigt auf, wie Natur und Mensch seit Jahrhunderten zusammenwirken und wie die Bewirtschaftung die Biodiversität fördern kann.
Im Jahr 2024 unterstützte das Forum Biodiversität Schweiz das Freilichtmuseum bei der Konzeption des Jahresthemas intensiv. Entlang eines Rundgangs mit speziell markierten Stationen wird während des Jahresthemas beispielsweise aufgezeigt, wie Ackerbegleitflora im Einklang mit Getreide wächst, wie Rebberge Lebensraum für Pflanzen, Reptilien und Insekten bieten oder wie Ruderalfluren bei den traditionell gebauten Häusern gedeihen können.
Plattform N+L der KBNL
Das Forum Biodiversität ist in der Projektleitung der Plattform N+L der KBNL. Diese dient dem
Austausch der kantonalen Fachstellen Natur und Landschaft zu ausgewählten Themen im Bereich
Biodiversität. Es haben drei Plattformtagungen stattgefunden, an denen das Forum Biodiversität
teilgenommen hat.
Globe Schweiz
Das Forum Biodiversität Schweiz ist im Vorstand von GLOBE Schweiz vertreten. Das Jahr 2024 war geprägt von der Suche nach einer neuen Geschäftsleitung, da Eric Wyss spätestens 2025 zurücktreten wird. Es fanden zwei ordentliche Vorstandssitzungen im Januar und August sowie eine ausserordentliche Vorstandssitzung im März statt. Ausserdem haben wir mit unserer Mitarbeit in einem Wahlausschuss bei der Wahl der neuen Geschäftsleiterin Martina Brun geholfen.
Landeskirchen
Das Forum Biodiversität Schweiz ist im Vorstand von Oeku (Kirchen für die Umwelt) vertreten und kann dort das Thema Biodiversität verstärkt einbringen. Im Jahr 2024 war die Schöpfungszeit der Biodiversität gewidmet mit dem Titel «Heilige Vielfalt». Hier hat das Forum Biodiversität intensiv an den Vorbereitungen mitgewirkt. Schöpfungszeit 2024 Arbeitsdokumentation: S.2: «Die biologische Vielfalt ist unter Druck» von Eva Spehn und Stefan Feldhaus; S. 16/17: «Ein Weckruf fu?r die Biodiversität» von Eva Spehn. Ausserdem ein Artikel in den oeku-Nachrichten 1/2024 zur Biodiversität: «Sorge, Gerechtigkeit und Wu?rde» von Eva Spehn.
Referate
25.01.2024: «Developing criteria for biodiversity and landscape friendly planning of renewable energies expansion», Climact Stakeholder Workshop, ETH Zurich (Sascha Ismail)
14.04.2024 und 21.04.2024: Inputreferate an zwei Onlineseminaren zum Einstieg in die Siedlungsbiodiversität von PUSCH (Danièle Martinoli)
23.04.2024: Inputreferat an Onlineseminar von PUSCH: «Pour une meilleure qualité de vie dans les communes, introduction à la promotion de la biodiversité en zone habitée» (Danièle Martinoli)
08.03.2024: Inputreferat an der Austausch-Tagung Civic Sensing, Monitoring mit digitalen Mitteln des SNF-Projekts «Mitwelten: Medienökologische Infrastrukturen für Biodiversität» zu Biodiversität und Citizen Science (Eva Spehn)
April 2024: Vorlesung im Programm «MSLS-E5 Biodiversity» von Dr. Andreas Stampfli an der Berner Fachhochschule HAFL zu Biodiversity Policy in Switzerland (Eva Spehn)
02.05.2024: Vortrag für die Naturforschende Gesellschaft Basel, «Biodiversität und Klima gemeinsam schützen» (Sascha Ismail)
03.05.2024: Vortrag für Climacluster Ostschweizer Fachhochschule «Kriterien für eine biodiversitäts- und landschaftsfreundliche Planung des Ausbaus erneuerbarer Energien» (Sascha Ismail)
22.05.2024: Vortrag am KV Zürich «Biodiversität: kostbar und bedroht» (Sascha Ismail)
06.06.2024: Vortrag «La Biodiversité dans tous les secteurs » am forum ARPEA (Dorothea Hug Peter)
26.08.2024: « How can we help business to integrate biodiversity in their decisions? », Swiss Green Economy Symposium, IF.10, Winterthur (Eva Spehn)
03.09.2024: «Zwischen politischen Sümpfen und rettenden Ufern», Eawag/WSL Infotag Spezial 2024 (Lukas Berger)
11.09.2024: Mittagskolloquium über «BioValues», Vogelwarte Sempach (Danièle Martinoli)
19.09.2024: «Richtwerte und Qualitätskriterien für Biodiversität im Siedlungsraum», Erfahrungsaustausch Netzwerk Fachpersonen Biodiversität im Siedlungsraum von PUSCH (Danièle Martinoli)
24.09.2024: Workshop über BioValues an WSL Forum Suisse romande «Cinquante nuances de vert en ville» (Danièle Martinoli)
03.10.2024: Vortrag am Klimaanlass des Kanton Uri, «Biodiversität und Klima gemeinsam schützen» (Sascha Ismail)
07.11.2024: Vortrag «Toolbox Siedlungsnatur und Biovalues», Webinar d’échange d’expériences avec les communes de suisse romande de PUSCH (Danièle Martinoli)
28.11.2024: Vortrag «Richtwerte und Qualitätskriterien für Biodiversität im Siedlungsraum», Mittagskolloquium der ZHAW (Dorothea Hug Peter und Danièle Martinoli).
03.12.2024: Vorlesung «Klimaschutz, Energiesicherheit und Biodiversität: wie weiter ?» in der Vortragsreihe «Klimawandel und Konflikte» durch die Volkshochschule beider Basel (Sascha Ismail)