Rapport annuel 2024 pour

ANG: Aargauische Naturforschende Gesellschaft


Président/Présidente: Alois Zwyssig

De: Alois Zwyssig, leitung@ang.ch

Zusammenfassung



- Organisation von drei Exkursionen 

- Organisation von fünf Vorträgen

- ANG-Schulprojekte mit rund 240 Primarschülerinnen und Primarschülern

- Publikation ANG-Fokus mit dem Schwerpunktthema "SELTEN"

- Vernissage und Publikation des Mitteilungsbands Nr. 40

- Sommerevent für ANG- Mitglieder zum Thema «Fledermaus»

- Prämierung Aargauer Maturitätsarbeiten



Publikationen


ANG-Fokus mit dem Themenschwerpunkt "SELTEN" 

In diesem Jahr wurde eine Ausgabe des ANG-Fokus publiziert mit den Beiträgen «Seltene Krankheiten», «Seltene Farbpigmente», «Seltene Funde in der Archäologie», «Seltenes in der Sammlung Naturama«, «Seltene Obstsorten bestimmen und bewahren», «Wissen verstehen: Seltene und elegante Formeln» und «Seltene Tiere und Pflanzen im Reusstal» beschäftigen. 

ANG-Mitteilungsband Nr. 40

Ende Oktober 2024 fand die Vernissage des 40. Bandes der ANG-Mitteilungen statt. Dieser enthält eine Fülle von wissenschaftlichen Informationen aus den Bereichen Natur- und Landschaftsschutz sowie über besondere Pflanzen und Tiere im Kanton Aargau. Folgende Beiträge aus den speziellen Bereichen der Ökologie, der Paläontologie und der Astro-Physik wurden publiziert : «Gefährdete Armleuchteralgen in einheimischen Gewässern» (Arno Schwarzer), «Mikroskopische Anatomie der Honigbiene und verwandter Hauflügler» (Rainer Foelix), «3D Drone Mapping and Analysis of the Lommiswil Dinosaur Tracksite» (Alain Fauquex), «Das supermassive Schwarze Loch in unserer Galaxie» (Fritz Gassmann).



Nachwuchsförderung


ANG – Schulprojekte

Im Jahr 2024 hat das 10-köpfige Schulteam der ANG fünf Schulen besucht und an 10 Klassen mit rund 160 Schülerinnen und Schülern chemische und physikalische Experimente in Level 1 und Level 2 durchgeführt. Man konnte allen Anfragen von Aargauer Schulen mit ausreichender Anzahl von Betreuern nachzukommen. 

Darüber hinaus hat das Schulteam zwei Forschertage in der alten Kantonsschule Aarau mit erweiterten Experimenten angeboten, bei dem sich Schüler/innen aus den Klassen 4 bis 6 aus allen Aargauer Schulen anmelden können. Rund 80 Schülerinnen und Schülern haben daran teilgenommen.

Die Aargauische Naturforschende Gesellschaft engagiert sich in Schulprojekten, um Schülerinnen und Schülern der Klassen 4 bis 6 die Naturwissenschaften näherzubringen und das Interesse am Forschen mit Neugier und Fragestellungen zu wecken. Unter der Anleitung von pensionierten Wissenschaftlern, Fach- und Lehrpersonen führen Schülerinnen und Schülern einfache und vielseitige Experimente durch, um grundlegende naturwissenschaftliche Konzepte schrittweise zu erarbeiten. So bleiben ihnen die Gedankenmodelle und die naturwissenschaftliche Arbeitsweise (Problemstellung, Hypothesenbildung, Experiment und Beobachtung, Protokollieren und Erklären der Beobachtung anhand der Modellvorstellung) in Erinnerung. Experimente und Methoden und das vorliegende Angebot werden ständig erweitert und optimiert. Die Leitung ist sehr bemüht, sich mit den Lehrpersonen der jeweiligen Klassen möglichst gut abzusprechen. 

Prämierung der fünf besten Maturitätsarbeiten

Auch in diesem Jahr war die ANG an der Prämierung der besten Maturitätsarbeiten der sechs Aargauischen Kantonsschulen und der Maturitätsschule für Erwachsene (AME) beteiligt. Damit suchen wir bewusst den Kontakt zu angehenden Studentinnen und Studenten. Eine Fachjury mit Expertinnen und Experten aus den genannten Fachbereichen hat die endgültige Auswahl getroffen. Dabei wurden aus den 26 eingereichten, sehr guten Arbeiten aus den Bereichen MINT, Geisteswissenschaften und Gestaltung fünf Arbeiten ausgezeichnet, die sich formell und inhaltlich nochmals von allen anderen abhoben.



Dialog mit der Gesellschaft


Vorträge

In dieser Berichtsperiode hat die ANG insgesamt fünf Vorträge durchgeführt. 

Mit dem Vortrag von DR. BEN PABST «Neue Saurierfunde aus Frick» wurde am Beispiel eines Plateosaurierfundes der lange Weg von der Entdeckung bis zum fertigen Ausstellungsstück aufgezeigt. In den letzten fünf Jahren wurden in der Tongrube Gruhalde in Frick zahlreiche Saurier entdeckt. Am häufigsten waren Plateosaurier mit ca. 20 Funden, darunter auch drei artikulierte Skelette. Daneben fanden sich Knochen von einem Aetosaurier, drei weiteren Raubdinosauriern und Reste von drei kleinen Reptilien.

An einem weiteren Abend gab DR. DANIEL ANGERHAUSEN mit dem Beitrag «Aliens, Exoplaneten und Astrobiologie (... und künstliche Intelligenz)» eine populärwissenschaftliche Einführung in das Gebiet der Astrobiologie, insbesondere in die Wissenschaft der extrasolaren Planeten - Planeten, die Sterne ausserhalb unseres Sonnensystems umkreisen. Dabei beschrieb er seine verschiedenen Projekte in diesem aufstrebenden Gebiet mit den grössten bodengestützten Teleskopen, dem "fliegenden Teleskop" SOFIA (Stratospheric Observatory for Infrared Astronomy) und den Kepler- und Hubble-Weltraumteleskopen. Er erklärte, wie wir mit diesen Methoden zum ersten Mal in der Geschichte in den nächsten zwei Jahrzehnten systematisch nach Leben im Weltraum suchen können.

Im nächsten spannenden Vortrag, «Die verborgene Seite des Universums - Auf der Suche nach dunkler Materie» von PROF. DR. LAURA BAUDIS, wurde Einblick geboten in die Messungen der Rotationskurven von Galaxien, der Masse von Galaxienhaufen, der Verteilung der grossräumigen Strukturen, des kosmischen Mikrowellenhintergrundes und der Expansionsrate des Universums, wobei die sichtbare Materie, aus der Galaxien, Sonnen, Planeten und Menschen bestehen, bloss etwa 4% des Gesamtinhaltes des Universum bildet. Der Rest ist "dunkel", und konnte bisher nur indirekt, also über die Gravitationswechselwirkung enthüllt werden. Die dunkle Materie könnte aus massereichen, noch unbekannten Teilchen bestehen, die in einer frühen Phase des Universums entstanden sind. Weltweit wird mit immer empfindlicheren Detektoren fieberhaft nach ihnen gesucht. Das Ziel ist es, diese Teilchen über die Streuung an Atomkernen eines terrestrischen Detektors, und über ihre Umwandlung in bekannte Teilchen in der Sonne, im galaktischen Zentrum und im Halo der Milchstrasse nachzuweisen.

Der Vortrag «Auf Meteoritensuche in der Antarktis» von PROF. MARIA SCHÖNBÄCHLER / ETH handelte von einer Meteoritensuche in der Antarktis und ihrer Verbindung zu Forschungsergebnissen, die uns die Geburt der Planeten besser verstehen lassen.  Dabei erfuhren wir, dass die meisten Meteorite ursprünglich vom Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter stammen. Sie sind Bruchstücke von kleinen Körpern, die sich zu Beginn unseres Sonnensystems gebildet haben und Milliarden von Jahren praktisch unverändert überlebt haben. Daher erlauben uns Meteorite einmalige Einblicke in die Zeit, als sich das Sonnensystem und die Planeten inklusive unserer Erde bildeten. Dieser Vortrag war eine gemeinsame Veranstaltung mit der Astronomischen Vereinigung Aarau (AVA.)

Im abschliessenden Vortrag (eine gemeinsame Veranstaltung mit Birdlife Aargau) zeigte uns NICOLAS STREBEL / Vogelwarte Sempach mit seinem Beitrag «Einfluss des Klimawandels auf Vogelpopulationen und Zugverhalten» auf, wie der Klimawandel die Vogelwelt auf unterschiedliche Art und Weise beeinflusst. Die sich verändernden Bedingungen im Brutgebiet, auf dem Zug und im Winterquartier haben schon heute zu teils deutlichen räumlichen oder zeitlichen Verschiebungen geführt. So sind hierzulande einige südliche Arten auf dem Vormarsch, während sich die Bestände von Langstreckenziehern tendenziell weniger gut entwickeln. Ob sich Hochgebirgs-Spezialisten auf die Dauer halten können, ist momentan unklar. Hingegen könnten die Alpen zu einem Refugium werden für Arten, die bisher mehr in tieferen Lagen vorkamen. 

Exkursionen 

Insgesamt wurden drei Exkursionen angeboten. Die erste Exkursion mit dem Thema “Essbare Pflanzen” bot den Teilnehmern eine wunderbare Gelegenheit mehr über die Pflanzenwelt zu erfahren, die auf unseren Wiesen und in unseren Wäldern gedeiht. Gemeinsam wurden Pflanzen gesucht, bestimmt und am Ende des Kurses zu einem köstlichen Mittagessen verarbeitet. 

An der zweiten Exkursion hatten Fossilienliebhaber die Gelegenheit, mit dem Paläontologen Dr. Bernhard Hostettler vom Naturhistorischen Museum Bern und dem Geologen Andreas Kofler von der Jura Cement AG auf Entdeckungsreise zu gehen. Nach einer spannenden theoretischen Einführung ins Abbaugebiet mit beeindruckenden Bildern seltener Funde aus der Region ging es weiter in den Steinbruch Jakobsberg- Egg bei Wildegg. In der Mergelschicht machten sich die Teilnehmer auf die Suche nach versteinerten Meeresbewohnern und wurden dabei oft fündig. Im zweiten Teil wurden die Fundschichten nördlich der Aare im Steinbruch Wildegg besichtigt.

Abschliessend fand ein Besuch bei der Glockengiesserei H. Rüetschi AG Aarau statt. Die Kunst des Glockengiessens hat in Aarau eine über 600-jährige Tradition. Neben dem Glockenguss bietet die Glockengiesserei heute zahlreiche weitere Produkte und Dienstleistungen an, etwa Kunstguss oder Kirchturmtechnik. An der Exkursion wurde neben dem traditionellen Kunsthandwerk vor allem die Transformation des Unternehmens in die neuen Tätigkeitsbereiche vorgestellt.

Standaktion

Ende August 2024 führte die ANG auf der Igelweid in Aarau eine Standaktion durch. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit um mehr über unsere Organisation und unsere vielfältigen Angebote zu erfahren. Dank der engagierten Helfer vor Ort konnten interessierte Personen und ihre Kinder angesprochen und umfassend informiert werden. Besonders beliebt war das Gewinnspiel, bei dem die Teilnehmer das Gewicht eines Wisentschädels schätzen und das Jahr erraten mussten, in welchem der letzte wilde Wisent erlegt wurde. Für die jüngsten Gäste war die Mikroskop-Station das absolute Highlight des Tages. Mit grosser Begeisterung entdeckten sie die faszinierende Welt der kleinsten Lebewesen. 

ANG-Sommerevent

Unser Sommerfest 2024 stand ganz im Zeichen der faszinierenden Welt der Fledermäuse - passend zur „International BatNight“. In Zusammenarbeit mit dem Naturama wurde dazu ein besonderes Highlight angeboten: Mit Virtual-Reality- Brillen konnte man in die Welt der Fledermäuse eintauchen und hautnah erleben, wie sich diese erstaunlichen Tiere orientieren und jagen. Der Höhepunkt des Abends war zweifellos der Beitrag von Andres Beck. Mit grosser Begeisterung und enormem Fachwissen brachte er uns die Bedeutung der Fledermäuse für unser Ökosystem näher. Im Anschluss begaben wir uns mit ihm auf eine spannende Nachtexkursion zum Telli-Ring und entlang der Aare, um die nachtaktiven Jäger in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten. 

 

Kontakt mittels sozialer Medien

Wiederum suchten wir den Austausch mittels sozialer Medien. Mit unserem monatlichen Newsletter, unserem Podcast “andersch kompliziert?!” und über Facebook und Instagram  berichteten wir regelmässig über unsere Tätigkeiten und aktuell relevante Themen.