Jahresbericht 2024 für

BRYOLICH: Schweizerische Vereinigung für Bryologie und Lichenologie


Präsident/Präsidentin: Ariel Bergamini, Eidg. Forschungsanstalt WSL

Von: Ariel Bergamini, ariel.bergamini@wsl.ch

Zusammenfassung


Wie schon die vergangenen Jahre war auch das Jahr  2024 ein überaus aktives Vereinsjahr mit vielen sehr gut besuchten Veranstaltungen wie den Bryolich Studientagen in Kandersteg. Dank der neu geschaffenen Vorstandsaufgabe 'Social-Media-Verantwortlicher' erreichen Facebook und Instagram sehr viele Personen. Der Bryolich-Instagramaccount erreichte z.B. gegen Ende Jahr über 750 Follower. Ein weiteres Highlight ist der Abschluss des Bryolich-Projektes 'Moos und Flechten in Gärten'. In 28 untersuchten Gärten konnten 138 Moosarten und 164 Flechtenarten erfasst werden, darunter auch gefährdete und potenziell gefährdete Arten. Eine erstaunliche Vielfalt, deren sich die meisten Gartenbesitzer:inenn überhaupt nicht bewusst sind. Die Resultate des Projekts wurden in der Meylania 74 publiziert.



Publikationen


Bei der Cryptogamica Helvetica ging 2024 kein neues Manuskript ein. Der letzte Band erschien 2022. Der Bryolich-Vorstand versucht potentielle Autor:innen stärker direkt anzusprechen und auf die Möglichkeit in der Cryptogamica Helvetica zu publizieren hinzuweisen

Wie bisher können die pdfs der Bände 22-24 der Cryptogamica Helvetica via scnat frei heruntergeladen werden: https://scnat.ch/de/uuid/i/d6b99af7-0c1f-5f01-a932-cbbe21321a1c-Cryptogamica_Helvetica

Alle älteren Bände der Cryptogamica Helvetica sind via ePerdiodica frei zugänglich: https://www.e-periodica.ch/digbib/volumes?UID=cry-002

Ebenso sind die Bände der Vorgängerzeitschrift ‘Beiträge zur Kryptogamenflora der Schweiz’ via ePeriodica frei verfügbar: https://www.e-periodica.ch/digbib/volumes?UID=cry-001



Tagungen / Kurse


1. In Basel wurden wie in den letzten Jahren Bestimmungsabende für einheimische Moose durchgeführt. Es fanden zwischen Januar und Dezember insgesamt 11 Bestimmungsabende statt. Diese wurden in Zusammenarbeit mit dem Botanischen Institut der Universität Basel und der Basler Botanischen Gesellschaft durchgeführt. Geleitet wurden die Abende von Frauke Roloff, Dr. Heiner Lenzin und Niklaus Müller. Die Bestimmungsabende wurden von Einsteiger:innen und Studierenden der Uni Basel besucht. Zu Beginn jedes Abends werden von der Kursleitung Kurzvorträge zu Morphologie, Präparation, Systematik, Ökologie, Lebensräumen, Soziologie oder Evolution der Moose gehalten und entsprechende Moose ausgelegt. Dies soll Einsteigerinnen und Einsteigern den Zugang zum Thema «Moose» erleichtern.

2. Am Institut für Systematische und Evolutionäre Botanik der Universität Zürich wurden von Dr. Christine Keller wiederum Bestimmungsabende für Flechten und Moose durchgeführt. Acht vierstündige Bestimmungsabende wurden durchgeführt, an denen jeweils zwischen drei und fünf EinsteigerInnen teilnahmen.

3. Am Naturmuseum Luzern wurden drei Flechtenkurse durchgeführt, nämlich am 14.1. ein Kurs zu Parmelia s.l. unter der Leitung von Toby M. Schreier und Dr. Christine Keller, am 11.2. ein Kurs zu Gattungen aus der Familie der Peltigeraceae (Lobaria, Lobarina, Ricasolia, Sticta, Nephroma) und der Pannariaceae (Degelia, Fuscopannaria, Pectenia, Pannaria, Parmeliella, Protopannaria, Psoroma) un ter der Leitung von Dr. Christian Vonarburg und am 24.3. wiederum ein Kurs zur schwierigen Gruppe der ‘Catapyrenioid Lichens’ unter der Leitung von Dr. Christine Keller und Dr. Monica Otálora.

4. Die Anfänger:innen-Exkursion wurde von Dr. Mathias Vust und Dr. Ariane Cailliau am 24.3. 2024  in Neuchâtel mit der Société Neuchâteloise des Sciences Naturelles durchgeführt.

5. Vom 29. August bis zum 1. September fanden in Kandersteg die Bryolich-Studientage statt. Organisiert wurden sie von Helen Küchler. Bryologisch-lichenologische Exkursionen führten ins Gasterental und in die Gegend Spittelmatte/Schwarenbach/Dauebnsee. Knapp 30 Bryolichmitglieder nahmen an den Studientagen teil. Für das gemeinsame Bestimmen der gesammelten Flechten und Moose wurden Mikroskope und Binokulare sowie die dazu nötige Fachliteratur bereitgestellt. Wie immer wurden viele Daten zu Moos- und Flechtenvorkommen erhoben, die dann auch den Datenzentren (Swissbryophytes, Swisslichens) zur Verfügung stehen und damit auch weitern Nutzern (z.B. Kantone via virtuelles Datenzentrum)

6. Vom 19.-22. September 2024 fand ein Kurs zu den Megasporaceae ("Aspicilia s. lat": Aspicilia, Aspiciliella, Circinaria, Lobothallia, Megaspora, Oxneriaria, Sagedia) statt, der von Dr. Anders Nordin (Universität Uppsala) geleitet wurde. Der Kurs bestand aus zwei Exkursionstagen (Tüscherz, Blatten bei Naters) und zwei Kurstagen am Botanischen Institut Bern mit einer Einführung zur Gattung und Bestimmungsübungen. Organisiert wurde der Kurs von Dr. Christine Keller.

7. Am 26. und 27. Oktober wurde in Zusammenarbeit mit dem Daten- und Informationszentrum Swissbryophytes ein Kurs zu den Marchantiales (komplexe thallöse Lebermoose) unter der Leitung von Dr. Guido Brusa (Varese, Italien) durchgeführt. An den beiden Kurstagen wurden alle einheimischen Arten dieser schwierigen Gruppe besprochen und mit Frischmaterial vorgestellt. Mit über 20 Teilnehmenden war der Kurs sehr gut besucht.



Internationale Aktivitäten


A) Wissenschaftliche Zusammenarbeit:

-Als Vertreter der IUCN Bryophyte Specialist Group Gasteinsitz im Vorstand des European Committee for Conservation of Bryophytes (ECCB, Ariel Bergamini, Irene Bisang).

-Red List Authority Coordinator in der Bryophyte Specialist Group der World Conservation Union IUCN (Ariel Bergamini).

-Red List Authority Coordinator der Lichen Specialist Group der World Conservation Union IUCN (Christoph Scheidegger).



Forschungsunterstützende Informations- und Koordinationsaufgaben


-Meylania: 2024 wurden die Ausgaben 73 und 74 mit 82 bzw. 54 Seiten unserer Zeitschrift Meylania publiziert mit teilweise umfangreichen Beiträgen zu seltenen oder besonderen Moosen, Flechten sowie lichenicolen Pilzen. Zudem wurden die Resultate des abgeschlossenen Bryolich-Projekts 'Moose und Flechten in Gärten' (Meylania 74) und ein längerer Nachruf auf Dr. Klaus Amann, der Bryolich von 1974 bis 1988 als Präsident vorstand.

-Austausch der Zeitschrift Meylania: Bryolich tauscht mit 17 Kryptogamenvereinigungen aus der ganzen Welt ihre Zeitschrift Meylania gegen die entsprechenden Publikationsorgane. Diese Publikationen stehen der Öffentlichkeit in der Bibliothek des Conservatoire et Jardin Botaniques de la Ville de Genève zur Verfügung.

-Vereinsbibliothek: Die Bücher von Bryolich sind der Öffentlichkeit in der Bibliothek der Botanischen Institute der Universität Zürich (Bryologie) und der WSL (Lichenologie) zugänglich.

-Ein Gesuche über CHF 11'600.- an den von der Plattform Biologie verwalteten Rübel Fond von Dr. Christian Vonarburg wurde bewilligt. Der Projekttitel lautet: "Erforschung der Flechtenflora und -vegetation entlang des Doubs zwischen St. Ursanne und Les Brenets unter besonderer Berücksichtigung der Familien der Peltigeraceae und Pannariaceae".



Früherkennung


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Ethik


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Dialog mit der Gesellschaft


Bryolich pflegt den Dialog mit der Öffentlichkeit über die Publikation der Zeitschrift Meylania sowie der Zeitschriftenreihe Cryptogamica Helvetica. Die Bände der Meylania (http://www.bryolich.ch/meylania/inhalt_de.html) und der Cryptogamica Helvetica (Band 1-21: https://www.e-periodica.ch/digbib/volumes?UID=cry-002; ab Band 22: https://mitglied.scnat.ch/bryolich/cryptogamica_helvetica_main) sind frei zugänglich. Zudem unterhält die Gesellschaft eine Webseite, die laufend aktualisiert wird, führt Fachbibliotheken, hält Vorträge, und organisiert Exkursionen, Workshops, Bestimmungskurse und Studientage. Bryolich informiert vier Mal pro Jahr via Newsletter, der per E-Mail an über 150 Personen verschickt wird, über laufende Aktivitäten. Bryolich ist zudem auf Facebook und seit September 2018 auf Instagram vertreten (aktuell 798 Follower; Links dazu auf www.bryolich.ch). Die von der Bryolich organisierten Veranstaltungen stehen allen Interessierten offen.