NWG: St. Gallische Naturwissenschaftliche Gesellschaft
Im Vereinsjahre 2024/25 standen 12 Vorträge, vier Exkursionen, ein Wettbewerb und eine Tagung. auf dem Programm. Der Vorstand traf sich zu vier ordentlichen Sitzungen. Der Vize-Präsident beteiligte sich an den Sitzungen der scnat-Plattform „Naturwissenschaften und Regionen“ und nahm im Mai an der Hauptversammlung der scnat in Bern teil.
Am 22. April wurden im Naturmuseum mit dem NWG-Preis 2024 vier herausragende Maturaarbeiten ausgezeichnet.
Am 16. November fand in Zusammenarbeit mit dem Naturmuseum die 27. Herbsttagung statt. Sie trug den Titel „Heisszeit - Eiszeit“ und widmete sich mit vier Referaten der Klimageschichte der Schweiz.
Rund um den Wenigerweiher wurden von Maurus Candrian verschiedene Pflegemassnahmen durchgeführt. Roland Riederer führte im Wenigerweiher regelmässig Messungen zur Sauerstoff-Sättigung durch. Dem Bundesamt für Energie (BFE) wurde Ende August 2024 das neue Überwachungsreglement für den Wenigerweiher sowie ein Zeitplan für die Erstellung des Erdbeben-sicherheitsnachweises eingereicht. Das BFE verlangt zudem eine Zusatzstudie zum Verflüssigungspotential des Dammes.
Am 28. November wurde im Naturmuseum der NWG-Berichteband 95 vorgestellt. Er trägt den Titel „Vom Wenigerweiher und anderen Naturwerten“ und umfasst 426 Seiten und 24 Beiträge von 27 Autorinnen und Autoren. Der erste Teil widmet sich dem Wenigerweiher und seiner Fauna und Flora. Im zweiten Teil finden sich Beträge zur naturkundlichen Forschung im Kanton St.Gallen.
Am 15. November fand auf dem Grundbuchamt in Flawil die Beurkundung des Verkaufs des NWG-Schutzgebiets Rotmoos an Pro Natura St.Gallen statt. Für das Gebiet ist ein Aufwertungskonzept erarbeitet worden. Damit soll die Entwässerung gestoppt werden.
Das Vereinsjahr 2024/25 wurde mit der Hauptversammlung vom 27. März 2025 abgeschlossen.
Am 28. November 2024 wurde im Naturmuseum St.Gallen der neueste Berichteband der NWG vorgestellt. Dieser Band widmet sich auf über 400 Seiten der naturwissenschaftlichen Forschung im Kanton St.Gallen. Dazu beigetragen haben 27 Autorinnen und Autoren in ehrenamtlicher Tätigkeit.
Der erste Teil beschäftigt sich mit dem Wenigerweiher, der seit 2002 im Besitz der NWG ist. Im Laufe dieser Zeit wurden zahlreiche Massnahmen zur Artenförderung umgesetzt. Mittlerweile ist das Gebiet eine von der Bevölkerung geschätzte und häufig besuchte Naturoase vor den Toren der Stadt St.Gallen. Die Aufwertungen zeigen nach 20 Jahren eine deutliche Wirkung, die nun für ausgewählte Artengruppen dokumentiert wird. In einzelnen Beiträgen werden ökologische Aufwertungen, Pflanzen, Säugetieren, Amphibien und Reptilien, Fischen, Käfer, Schmetterlingen, Wanzen und Heuschrecken beschrieben. Abgerundet wird dieser Teil durch eine Bildstrecke mit Aufnahmen der Natur am Wenigerweiher im Laufe der Jahreszeiten.
im zweiten Teil finden sich ausgewählte Beiträge zur naturwissenschaftlichen Forschung im Kanton St.Gallen. Darin geht es unter anderem um die Beziehung zwischen Hirschen und Wölfen im südlichen Sarganserland und um die Frage, weshalb Eis glitschig ist. Weitere Themen sind die Fischfauna im Rheintaler Binnenkanal, Untersuchungen zu archäologischen Rinderfunden, eiszeitlichen Spuren in der Landschaft, seltene Moos- und Flechtenarten, Fossilien und Spurenfossilien, sowie neuen Erkenntnissen zur Geologie und Hydrogeologie des Zwinglipasses.
Eine Bildstrecke mit Vogelfotos, aufgenommen zwischen Bodensee und den Höhen des Rheintals, rundet den zweiten Teil ab. Den Schluss des Bandes bilden die Chronik der Vereinsjahre 2022 und 2024 sowie Kurzbiografien der beteiligten Autorinnen und Autoren.
Der Band kann für Fr. 30.-- im Naturmuseum St.Gallen erworben werden.
Am 16. November fand im Naturmuseum die 27. Herbsttagung statt. Sie trug den Titel „Heisszeit - Eiszeit“ und widmete sich mit vier Referaten der Klimageschichte der Schweiz. Das Klima in der Schweiz war einst tropisch warm. Im Verlauf der Erdneuzeit kam es zu einer allmählichen Abkühlung und schliesslich zum gegenwärtigen Eiszeitalter. In jüngster Vergangenheit greift der Mensch ins Klimageschehen ein – ein globales Experiment mit ungewissem Ausgang. Vier Fachexpert:innen gaben Einblick in die Klimageschichte.
Wo Haie und Ammoniten zu Hause waren: Das Klima der Kreidezeit
Dr. Stephan Wohlwend, Universität Bern Sedimentgesteine und Fossilien im Alpstein und den Churfirsten belegen starke Klimaveränderungen während der Kreidezeit. Ausgelöst wurden diese durch massive Vulkanausbrüche, die die Karbonat-Produktion im Flachwasserbereich beeinflussten.
Eozäne Amphibien und Reptilien der Schweiz - Rekonstruktion das (sub)tropischen Biotops PD. Dr. Davit Vasilyan, Jurassica Museum Porrentruy In der frühen Erdneuzeit waren bei uns die Temperaturen deutlich höher als heute. In den damaligen Wäldern lebten eine grosse Zahl von Amphibien und Reptilien. Davon zeugen ihre versteinerten Überreste.
Gletscher und Klima im Alpenraum während der letzten 2.6 Millionen Jahre Prof. Dr. Flavio Anselmetti, Universität Bern Im Quartär kam es vorwiegend in polaren und alpinen Gebieten episodisch zu starken Vergletscherungen. Basierend auf verschiedenen geologischen Zeitzeugen lässt sich die Abfolge von Eis- und Warmzeiten heute detailliert rekonstruieren.
Dürre, Hochwasser, Waldbrände – zurück in die Heisszeit? Prof. Dr. Manuela Brunner, SLF Davos und ETH Zürich Eis und Schnee ziehen sich mit der Klimaerwärmung immer weiter zurück. Dies wirkt sich auf die Naturgefahren im Alpenraum aus: Die Grösse und Häufigkeit von Hochwassern, Trockenheit und Waldbrand verändern sich.
Die NWG zeichnet seit über 10 Jahren herausragende Maturaarbeiten im Bereich der MINT-Fächer aus. Am 22. April im Naturmuseum St.Gallen wurden gleich vier Preise verliehen.
Der erste Preis ging an Noellia Breu von der Kantonsschule am Burggraben mit ihrer Maturaarbeit „Breeding of Swallowtail Caterpillars - A Study of the Importance of Near-Natural Conditions in Relation to the Survival Rate in Three Different Cages and Nature”. Sie untersuchte darin mit drei verschiedenen Behältnissen die Aufzucht von Raupen des Schwalbenschwanzes und verglich diese mit den Verhältnissen in der Natur. Die Thematik, der wissenschaftlicher Ansatz, die prägnante Darstellung und die Selbständigkeit haben die Jury überzeugt.
Der zweite Preis wurde gleich doppelt vergeben: Annik Düring von der Kantonsschule am Burggraben mit ihrer Arbeit „The Malleability of Mental Rotation Skills in Primary School Children - A Study on the Effects of Manual Rotation Training“. Sie untersuchte darin die Trainierbarkeit des räumlichen Vorstellungsvermögens von Primarschulkindern. Orfa Falkenberg, ebenfalls von der Kantonsschule am Burggraben, untersuchte in ihrer Maturaarbeit “Examining the Effects of Screen Use in School Lessons on Selective and Sustained Attention in Teenagers: A Cross-Sectional Study” die Effekte der Bildschirmnutzung im Schulunterricht im Hinblick auf die selektive und dauerhafte bei Teenagern.
Der dritte Preis ging an Johanna Rocker von der Kantonsschule am Burggraben für ihre Arbeit "The Bright Side of Blue Light - A study on the effect of blue light on attention in children and adolescents”. Sie untersuchte über den Einfluss von Blaulicht auf die Aufmerksamkeit.
Im Anschluss an die Preisverleihung fand im Naturmuseum ein kleiner Apéro statt, an dem sich die Preisträger, die vier Jurymitglieder und die übrigen Gäste im gemütlichen Rahmen austauschen konnten.
Die öffentliche NWG-Vortragsreihe im Frühlingssemester 2024 an der Universität St.Gallen trug den Titel "Globale Krisen als Herausforderung: Welche Rolle spielen die Naturwissenschaften?". Der Vortrag von Prof. Niggli musste aufgrund einer akuten Erkrankung abgebrochen werden. An den übrigen drei Referaten beteiligten sich jeweils rund 40 Personen.
27. März 2024 Klimakrise: Erkenntnisse und Zukunftsperspektiven aus der Wissenschaft Prof. Dr. Dr. h.c. Sonia I. Seneviratne, Institut für Atmosphäre und Klima, ETH Zürich
10. April 2024 Die Domestikation der Erde: Unser Umgang mit den Ressourcen Prof. emer. Dr. Peter Baccini, ETH Zürich
24. April 2024 Erneuerbare Energien – der Schlüssel zu Klimaschutz und Unabhängigkeit M.A. Katharina Reidl, Institut für Ökonomie und Umwelt, Universität St.Gallen
8. Mai 2024 (abgebrochen) Biodiversität und Landwirtschaft: Geht das zusammen? Prof. Dr. Dr. Urs Niggli, Institut für Agrarökologie, Aarau
Im Herbstsemester 2024 organisierte der Präsident im öffentlichen Programm der Universität St.Galle eine Vortragsreihe mit dem Titel „Was die Welt bewegt: Von Stoff- und Energieflüssen“. Hier musste der letzte Vortrag wegen Erkrankung des Referenten durch ein Referat des Präsidenten ersetzt werden. Der Besuch dieser sechsteiligen Reihe war insgesamt erfreulich.
25. September 2024 Motor des Lebens: Die Bedeutung des Stickstoff-Kreislaufs für unseren Planeten Prof. Dr. Nina Buchmann, Institut für Agrarwissenschaften, ETH Zürich
9. Oktober 2024 Energieflüsse in der Erde: Dimensionen und Nutzbarkeit Dario Schwendener, Doktorand am Institut für Geophysik, ETH Zürich
23. Oktober 2024 Treiber des Lebens: Die Energieflüsse in den Zellen Prof. Dr. Markus Stoffel, Institut für Molekulare Gesundheitswissenschaft, ETH Zürich
6. November 2024 Der globale Kohlenstoff-Kreislauf Prof. Dr. Fortunat Joos, Klima und Umweltphysik, Universität Bern
20. November 2024 Wege zur CO2-neutralen Energiewirtschaft – Hintergründe und Möglichkeiten Dr. sc. nat. Ruedi Kriesi, Kriesi Energie GmbH, Wädenswil
4. Dezember 2024 (Ersatzvortrag) Licht des Lebens: Wie Sonnenenergie und Pflanzen unser Überleben sichern Dr. Constantin Zohner, Departement Umweltsystemwissenschaften, ETH Zürich
Im Stadtvortrag vom 8. Januar 2025 berichtete anstelle von Jürg Niggli, Dr. Judith Riedel vom Institut für Agrarökologie in Aarau über die Beziehung von Biodiversität und Landwirtschaft. An dieser Präsentation waren 40 Personen anwesend. 30 Personen, verfolgten am selben Ort, am 5. Februar 2025 den Vortrag von Dr. Cyril Brunner, ETH Zürich, über die Auswirkungen von Methan auf das Klima und wo sich eine Emissionsreduktion anbietet.
Vom 15. bis 17. April fand eine dreitägige Besichtigung des Karlsruher Instituts für Technologie KIT statt. Organisiert wurde diese durch Peter Piwecki. An der Exkursion nahmen 9 Personen teil.
Am 31. Mai besuchten 10 Personen unter der Leitung von Margrit Zürcher die Schweizerische Vogelwarte in Sempach, welche 2024 ihren 100. Geburtstag feiert.
Am 29. Juni orientierte Maurus Candrian am NWG-Naturschutzgebiet Wenigerweiher über 20 Jahre ökologische Aufwertungen. An dieser Exkursion nahmen 13 Personen teil.
Am 20. September besichtigten 20 Personen unter der Leitung von Roger Heinz das Kraftwerk Linth-Limmern.