24.6.2026: Recherche suisse

Wird es dem Grasfrosch zu heiss?

Va-t-il faire trop chaud pour la grenouille rousse ?



Urs Tester

Zwischen 1988 und 2025 schrumpfte eine Grasfrosch-Metapopulation bei Basel, obwohl die Anzahl und Fläche der Laichgewässer markant zugenommen hat. Der kontinuierliche Rückgang spricht dafür, dass der Klimawandel die Ursache ist. Dem Grasfrosch könnte es künftig in tiefen Lagen zu heiss werden.

Entre 1988 et 2025, une métapopulation de grenouilles rousses près de Bâle a diminué, alors que le nombre de plans d’eau de reproduction et leur surface ont significativement augmenté. Ce déclin continu laisse penser que le changement climatique en est la cause. À l’avenir, la grenouille rousse pourrait souffrir de la chaleur dans les zones de basse altitude.


Der Datensatz ist einzigartig: In einer Langzeitstudie hat der Autor zwischen 1988 und 2025 die Populationsentwicklung von Grasfröschen (Rana temporaria) untersucht. In einem 500 ha grossen Untersuchungsgebiet südlich der Stadt Basel hat er an neun Gewässerstandorten jährlich die Laichballen dieser Metapopulation gezählt.
Die Anzahl Gewässer nahm von 21 Gewässern 1988 auf 53 Gewässer 2025 zu. Die Gewässerfläche vergrösserte sich im gleichen Zeitraum von 3900 m2 auf 6150 m2. Die Anzahl Laichballen schwankte an jedem Standort, aber auch im gesamten Untersuchungsgebiet beträchtlich. Über die gesamte Untersuchungsperiode hinweg nahm die Laichballenzahl aber signifikant ab. In der Periode 1988 bis 1993 wurden durchschnittlich 8573 Laichballen gezählt. In der Periode 2021–2025 waren es jedoch nur noch durchschnittlich 2052 Laichballen.
Zwischen 1997 und 2025 nahm die Laichballenzahl in den vor 1988 entstandenen Gewässern signifikant ab, während sie in den seit 1996 neu angelegten Gewässern signifikant anstieg. Durch das vergrösserte Gewässerangebot konnte der Rückgang zeitweise gestoppt werden.
Aufgrund des über mehrere Jahrzehnte andauernden starken Rückgangs der Laichballenzahl schliesst der Autor, dass Faktoren dafür verantwortlich sind, die auf das gesamte Gewässersystem wirken. Der Klimawandel als Hauptursache scheint plausibel. Verschiedene mögliche Einflüsse des Klimawandels wurden auf Plausibilität überprüft. Erhöhte Mortalität der empfindlichen Jungtiere in besonders trockenen Jahren sowie erhöhte Mortalität durch höhere Temperaturen bei der Entwicklung des Laichs sind mögliche Erklärungen.
Der einzigen bisher nicht gefährdeten Froschart in der Schweiz könnte auch in anderen, tief liegenden Regionen ein Bestandsrückgang drohen. Die Vergrösserung des Gewässerangebots, zum Beispiel mit vom Biber neu aufgestauten Flächen, könnte helfen, dieses Risiko zu reduzieren.

Quelle: Zeitschrift für Feldherpetologie

Der Autor sendet auf Anfrage ein pdf der Publikation zu.

Mots-clés :
Amphibien, Rana temporaria, Langzeitstudie, Metapopulation, Klimawandel

Type de publication:
publication spécialisée

Littérature :
Tester, U. 2026: Starker Rückgang einer Grasfrosch- Metapopulation (Rana temporaria) in der Nordwestschweiz. Zeitschrift für Feldherpetologie 33: 1-16.


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Urs Tester
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