6.5.2026: Recherche internationale
Grosse Wissenslücken bei Pilzen
De grandes lacunes dans les connaissances sur les champignons
Ina Schanz und Martin Remmele
Das Wissen über einheimische Pilzarten weist erhebliche Lücken auf, wie eine Studie aus Deutschland zeigt. Dies trägt zur anhaltenden Vernachlässigung der Organismengruppe in Forschung, Naturschutz und Bildung bei.
Comme le montre une étude réalisée en Allemagne, les connaissances sur les espèces de champignons indigènes présentent des lacunes considérables. Cela contribue à la négligence persistante dont souffre ce groupe d’organismes dans la recherche, la protection de la nature et l’éducation.
Pilze zählen zu den besonders artenreichen Organismengruppen und spielen eine zentrale Rolle in unseren Ökosystemen. Doch wie gut kennt sich die deutsche Bevölkerung mit den einheimischen Pilzen aus? Dieser Frage sind Forschende anhand einer repräsentativen Stichprobe in Deutschland nachgegangen.
Im Durchschnitt konnten die Teilnehmenden weniger als ein Fünftel der gezeigten heimischen Pilzarten korrekt identifizieren. Mehr als ein Viertel war nicht in der Lage, eine einzige Art zu bestimmen. 70 % konnten weniger als fünf Pilzarten benennen. Die Mehrheit ging fälschlicherweise davon aus, dass Pilze Pflanzen seien.
Die Autorinnen und Autoren betonen daher, dass Pilze in Lehrplänen, Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit stärker berücksichtigt werden sollten. Menschen neigen dazu, vor allem das zu schätzen und zu schützen, was sie kennen. Entsprechend wird Artenkenntnis – verstanden als Fähigkeit zur Identifikation von Arten sowie als Wissen über deren Lebensräume und ökologische Bedeutung – als zentrale Voraussetzung für den Schutz der Biodiversität angesehen.
Frühere Studien zeigten bereits, dass die Artenkenntnis in der Bevölkerung in Bezug auf Tiere und Pflanzen allgemein niedrig ist. Pilze werden häufig negativ konnotiert, etwa im Zusammenhang mit Krankheiten, Schimmel oder Vergiftungen. Diese Wahrnehmung verdeckt ihre enorme ökologische und gesellschaftliche Bedeutung.
Als Konsequenz aus den Ergebnissen wird derzeit an der Universität Trier ein neues Pilzmodul entwickelt, das Schülerinnen und Schülern die Vielfalt, Morphologie und die ökologische Bedeutung der Pilze näherbringen soll. Ziel ist es, Artenkenntnis und Naturbewusstsein frühzeitig zu fördern und damit langfristig zu einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) beizutragen.
Quelle: vbio.de
Mots-clés :
Pilze, Artenkenntnisse, Bildung
Type de publication:
publication spécialisée
Littérature :
Schanz, I., & Remmele, M. (2026). Low fungal knowledge and limited identification skills: study reveals a species literacy gap among laypeople from Germany. Scientific Reports.
Link zur Studie (freier Zugang)
Adresse de contact :
Ina Schanz
Universtät Trier
Biologie und ihre Didaktik
54296 Trier
Deutschland
schanz@uni-trier.de
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