6.5.2026: Recherche internationale

Wege zu einem europaweiten Biodiversitäts-Monitoring

Vers un monitoring de la biodiversité à l’échelle européenne



W. Daniel Kissling et al.

Endlich liegt ein umfassender Fahrplan für ein modernes europäisches Netzwerk zur Biodiversitätsbeobachtung vor. Ziel ist es, die fragmentierten, uneinheitlichen und nur selten grenzüberschreitenden Monitoringprogramme in ein kohärentes Gesamtsystem zu überführen. Digitale und molekulare Technologien sowie eine koordinierte Lenkung spielen dabei eine zentrale Rolle.

Il existe enfin une feuille de route complète pour un réseau européen de monitoring de la biodiversité. L’objectif est de transformer les programmes de monitoring aujourd’hui fragmentés, hétérogènes et rarement transfrontaliers, en un système global et cohérent. Les technologies numériques et moléculaires, ainsi qu’une gestion coordonnée, y jouent un rôle central.


Die biologische Vielfalt verändert sich auch in Europa. Es ist wichtig, diese Veränderungen zu quantifizieren. Doch die vorhandenen Monitoringprogramme liefern in der Regel isolierte und methodisch kaum vergleichbare Daten. Um bessere Datengrundlagen zu gewinnen, schlagen Forschende den Aufbau eines europaweiten Netzwerks für Biodiversitätsbeobachtung vor. Ziel ist es, Veränderungen der biologischen Vielfalt auf allen Ebenen systematisch zu erfassen. Im Zentrum stehen 84 sogenannte «Essenzielle Biodiversitätsvariablen», darunter Vogelpopulationen, die Ausdehnung von Seegraswiesen, die genetische Vielfalt oder die Produktivität von Ökosystemen. Die Variablen dienen als einheitliche Checkliste, um Zustand und Veränderung messbar zu machen.
Die Autorinnen und Autoren schlagen zudem die Einrichtung eines Europäischen Koordinierungszentrums für Biodiversitätsbeobachtung (EBOCC) vor. Dieses soll Arbeitsabläufe koordinieren, Methoden harmonisieren und eine transparente Datenverwaltung sicherstellen. Gleichzeitig sollen nationale und europäische Dateninfrastrukturen enger miteinander verbunden werden.
Betont wird die Bedeutung moderner Technologien wie automatisierte digitale Sensoren, künstliche Intelligenz zur Arterkennung, Umwelt-DNA und Metabarcoding sowie Fernerkundung mit Satelliten, Flugzeugen und Drohnen. Diese Technologien ermöglichen ein effizienteres und skalierbares Monitoring und ergänzen bestehende Beobachtungen.
Trotz technologischer Fortschritte bleibt menschliches Fachwissen zentral, so die Forschenden. Taxonomische Expertise und professionelle Monitoringnetzwerke liefern weiterhin wichtige Beobachtungen und gewährleisten Kontinuität. Der Aufbau von Daten-Pipelines soll Informationen aus unterschiedlichen Quellen integrieren und in standardisierte Datensätze überführen. Dadurch können Trends frühzeitig erkannt und für Entscheidungsträger verständlich aufbereitet werden.
Das System würde helfen, Fortschritte beim Globalen Rahmenwerk für die biologische Vielfalt (GBF) zu verfolgen. Es würde zudem die Berichterstattung des Weltbiodiversitätsrates IPBES unterstützen und GEO BON (Group on Earth Observations Biodiversity Observation Network) stärken.

Quelle: iDiv

Mots-clés :
Monitoring, essenzielle Biodiversitätsvariablen, Umwelt-DNA, internationale Koordination

Type de publication:
publication spécialisée

Littérature :
Kissling WD, Lumbierres M, Lyche Solheim A, Liquete C, Breeze TD, Bonn A, ... & Pereira, HM (2026) Building the backbone for Europe’s biodiversity monitoring. Nature Reviews Biodiversity, 10.1038/s44358-026-00140-6.


Link zur Studie (eingeschränkter Zugang)

Adresse de contact :
W. Daniel Kissling
University of Amsterdam
Institute for Biodiversity and Ecosystem Dynamics (IBED)
NL-1090 GE Amsterdam
W.D.Kissling@uva.nl


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