25.3.2026: Recherche internationale
Wälder weltweit im Wandel
Les forêts du monde entier en mutation
Wen-Yong Guo et al.
Menschliche Aktivitäten führen gleichzeitig zum Rückgang langsam wachsender und spezialisierter Baumarten und zur Ausbreitung gebietsfremder Arten mit weitreichenden Folgen für die Zusammensetzung und Funktion von Wäldern weltweit. Die Bäume in zukünftigen Wäldern wachsen zwar schneller, gleichzeitig verlieren die Wälder an Vielfalt, struktureller Komplexität und Stabilität. Für die Erhaltung der Biodiversität bedeutet dies, dass Bewirtschaftung und Wiederherstellung stärker auf Resilienz und funktionale Vielfalt ausgerichtet werden müssen.
Les activités humaines entraînent à la fois le déclin d’essences spécialisées et à croissance lente, et la prolifération d’espèces exotiques, avec des conséquences de grande ampleur sur la composition et le fonctionnement des forêts du monde entier. Les arbres des forêts futures poussent plus vite, mais les forêts perdent en même temps en diversité, en complexité structurelle et en stabilité. Pour la conservation de la biodiversité, il faut que la gestion et la restauration soient davantage axées sur la résilience et la diversité fonctionnelle.
Bäume erfüllen zentrale ökologische Funktionen: Sie binden Kohlenstoff, prägen Wasser- und Nährstoffkreisläufe, stabilisieren Böden und bilden die Grundlage für artenreiche Lebensgemeinschaften. Ein internationales Forschungsteam hat nun mehr als 31’000 Baumarten weltweit untersucht, um abzuschätzen, wie sich die Zusammensetzung von Wäldern künftig verändern könnte. Grundlage bildeten globale Verbreitungsdaten, funktionelle Merkmale wie Blattgrösse, Holzdichte, Lebensdauer und Wachstumsrate sowie Modellierungen unter verschiedenen Klima- und Landnutzungsszenarien. Analysiert wurden dabei Verschiebungen in der Artenzusammensetzung, Veränderungen funktioneller Eigenschaften und die zu erwartende Stabilität der Ökosysteme.
Die Ergebnisse deuten auf eine zunehmende Homogenisierung hin. Schnell wachsende Arten mit dünnen Blättern und geringer Holzdichte gewinnen an Dominanz, während langsam wachsende Arten mit dichterem Holz, dickeren Blättern und hoher Lebensdauer unter Druck geraten. Letztere sind oft an stabile, wenig gestörte Umweltbedingungen angepasst und tragen wesentlich zur langfristigen Kohlenstoffspeicherung und strukturellen Stabilität von Wäldern bei. Die Modellrechnungen zeigen, dass bei anhaltendem Klimawandel, fortschreitender Entwaldung und intensiver Nutzung insbesondere diese funktional wichtigen Arten überproportional zurückgehen könnten.
Ein weiterer wichtiger Treiber der Vereinheitlichung ist die Ausbreitung gebietsfremder, bereits etablierter Baumarten. Rund 41 % dieser Arten weisen Merkmale auf, die sie für gestörte Standorte prädestinieren, etwa rasches Wachstum und effiziente Ausbreitung. In den Szenarien breiten sie sich weiter aus und verstärken die Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe. Zwar können sie Bestände rasch schliessen, ersetzen jedoch die ökologischen Funktionen spezialisierter, einheimischer Arten nur unvollständig.
Besonders gravierend sind die projizierten Verluste in tropischen und subtropischen Regionen, wo viele Arten mit kleinen Arealen vorkommen. Durch ihre begrenzte Verbreitung reagieren sie empfindlich auf Habitatverlust und Konkurrenz durch dynamischere Arten. In kühleren Regionen der Nordhemisphäre hingegen rechnen die Modelle vor allem mit einer weiteren Ausbreitung schnell wachsender und nicht heimischer Arten.
Für die Praxis ergibt sich daraus ein klarer Handlungsbedarf. Aufforstung, Pflege und Waldumbau sollten funktionelle Vielfalt gezielt fördern und langsam wachsende, seltene und einheimische Arten stärker berücksichtigen. Ebenso wichtig ist es, Störungen zu reduzieren und die ökologische Integrität bestehender Bestände zu sichern. Nur so lässt sich die Widerstandsfähigkeit der Wälder gegenüber Klimaextremen, Schädlingen und weiteren Belastungen langfristig erhalten.
Quelle: science daily
Mots-clés :
Wald, Homogenisierung, funktionelle Vielfallt, Resilienz, gebietsfremde Arten
Type de publication:
publication spécialisée
Littérature :
Guo WY, Serra-Diaz JM, Guo K, Boonman CC, Schrodt F, Maitner BS, ... & Svenning JC (2026) Global functional shifts in trees driven by alien naturalization and native extinction. Nature Plants 12(2): 308-318.
Link zur Studie (eingeschränkter Zugang)
Adresse de contact :
Wen-Yong Guo
Zhejiang Tiantong Forest Ecosystem National Observation and Research Station
Institute of Eco-Chongming & Research Center for Global Change and Ecological Forecasting
School of Ecological and Environmental Sciences
East China Normal University
Shanghai
P. R. China
guowyhgy@gmail.com
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