25.3.2026: Recherche suisse

Später Emdschnitt fördert Pflanzenvielfalt in extensiven Wiesen

La fauche tardive des regains favorise la diversité végétale dans les prairies extensives



Elias Zwimpfer, Lara Plattner und Marlene Ploner

Der Emdschnitt und dessen Zeitpunkt spielt eine wichtige Rolle für den Erhalt der Pflanzenvielfalt in Magerwiesen. Besonders der späte Emdschnitt fördert kleine Kräuter, kleine Gräser und Seggen sowie Leguminosen. Ohne Emdschnitt nimmt die Artenvielfalt in der Magerwiese ab, wobei vergrasende Arten wie die Aufrechte Trespe begünstigt werden.

La fauche des regains, ainsi que le moment où elle se déroule, jouent un rôle important pour la conservation de la diversité végétale dans les prairies maigres. La fauche tardive des regains favorise notamment les petites plantes à feuilles, les petites graminées, les carex et les légumineuses. Sans fauche, la diversité des espèces dans les prairies maigres diminue, ce qui favorise les espèces herbacées telles que le brome dressé.


Als Emdschnitt wird der zweite und alle weiteren Schnitte einer Heuwiese bezeichnet. Um die Auswirkungen verschiedener Schnittzeitpunkte auf die Vegetation zu untersuchen, haben Forschende zwischen 2012 und 2024 die Artenvielfalt in einer Zweischnitt-Magerwiese und einer ungedüngten Fromentalwiese in den Kantonen Aargau bzw. Basel-Landschaft untersucht. Getestet wurden mehrere Heuschnitttermine: nach Direktzahlungsverordnung (15. Juni), ein früher Schnitt (25. Mai), ein später Schnitt (15. Juli) sowie ein alternierender Schnitt (abwechselnd früh/spät). Zudem haben sie den Einfluss eines frühen Emdschnitts (15. August) versus eines späten Emdschnitts (15. September) innerhalb der Heuschnittvarianten untersucht. In der Magerwiese wurde auch geprüft, wie sich ein Auslassen des Emdschnitts auf die Artenzusammensetzung auswirkt.
Die Ergebnisse zeigen, dass vor allem der Emdschnitt bei der Magerwiese einen starken Einfluss auf die Vegetationsentwicklung hat. Besonders der späte Emdschnitt fördert kleine Kräuter, kleine Gräser und kleine Seggen sowie Leguminosen. Ohne Emdschnitt nimmt die Artenvielfalt ab, und die Aufrechte Trespe (Bromus erectus) breitet sich aus. Daher ist ein regelmässiger Emdschnitt – idealerweise spät im Jahr – sehr wichtig für den Erhalt der Artenvielfalt und zur Vermeidung der Vergrasung auf Zweischnitt-Magerwiesen.
Auch bei der Fromentalwiese zeigte sich ein Einfluss der unterschiedlichen Emdschnittzeitpunkte. Aufgrund des kürzeren Beobachtungszeitraums (seit 2018) sind die Ergebnisse aber weniger eindeutig. Wie bei der Magerwiese führt der späte Emdschnitt auch bei der Fromentalwiese zu einer stärkeren Zunahme kleiner Gräser, Seggen und Kräuter im Vergleich zum frühen Emdschnitt.
Der Zeitpunkt des Heuschnitts hatte in beiden Wiesen einen geringeren Einfluss, wobei spätere Schnitte im Juni/Juli tendenziell die Artenvielfalt fördern. Bei der Fromentalwiese zeigte ein später Schnitt im Juli Vorteile für einzelne grosse Kräuter wie der Feld-Witwenblume (Knautia arvensis). Der Heuschnittzeitpunkt beeinflusst die Versamung, jedoch konnte keine Korrelation zwischen der Versamungsmöglichkeit und den Änderungen im Deckungsgrad der Arten festgestellt werden.
Der Emdschnitt hat einen grösseren Einfluss auf die Vegetation als bisher angenommen - besonders der späte Emdschnitt sichert und fördert die Pflanzenvielfalt, insbesondere die der Kräuter. Daher sollte der Emdschnitt und dessen Zeitpunkt künftig mehr Beachtung finden, besonders angesichts des Klimawandels, der längere Vegetationsperioden mit sich bringt.

Quelle: Agrofutura AG

Mots-clés :
Schnittzeitpunkt, Schnitthäufigkeit, Emdschnitt, Magerwiese, Artenvielfalt

Type de publication:
publication spécialisée

Littérature :
Zwimpfer E, Plattner L, Ploner M (2025) Auswirkungen verschiedener Schnittzeitpunkte und -häufigkeiten auf die Vegetation von ungedüngten Fromental- und Magerwiesen. 49 S.

Zur Studie (freier Zugang)

Adresse de contact :
Marlene Ploner
Agrofutura AG
Stahlrain 2
CH-5200 Brugg
ploner@agrofutura.ch
Tel: +41 (0)56 500 10 62


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