25.3.2026: Recherche suisse
Mit einfachen Steinhaufen zu mehr Hermelinen
Davantage d’hermines avec de simples tas de pierres
Andrin Dürst et al.
Bereits einfache Massnahmen zur Förderung der Biodiversität wie die Installation von Ast- und Steinhaufen fördern die Populationen von Hermelinen in landwirtschaftlichen Gebieten in der Schweiz. Dies gilt insbesondere dann, wenn sie fachlich begleitet, geplant und koordiniert sind.
Même des mesures simples favorisant la biodiversité, comme l’installation de tas de branches et de pierres, stimulent les populations d’hermines dans les zones agricoles en Suisse. Cela vaut en particulier lorsque ces mesures sont accompagnées, planifiées et coordonnées par des spécialistes.
Die Bestände vieler typischer Tierarten der landwirtschaftlichen Lebensräume in der Schweiz gehen weiter zurück. Besonders betroffen sind Hermeline und Mauswiesel, die eine wichtige ökologische Rolle spielen und auf strukturreiche Landschaften mit geeigneten Versteck-, Fortpflanzungs- und Jagdmöglichkeiten angewiesen sind.
In zwei Studien untersuchten Forschende der Universität Bern die Wirkung regionaler Biodiversitätsförderprojekte – insbesondere die Installation von Kleinstrukturen wie Stein- und Asthaufen – auf die Populationen von Hermelinen und Mauswieseln. Ihre Ergebnisse zeigen, dass Kleinstrukturen die Präsenz von Hermelinen in Agrarlandschaften signifikant erhöhen. Der Effekt war in koordinierten Projektregionen besonders ausgeprägt. Für Mauswiesel liessen sich aufgrund geringer Nachweise keine belastbaren Aussagen treffen.
Um die Population dieser schwer fassbaren Tiere zu untersuchen, setzten die Forschenden zwei neuartige Methoden ein: Kamerafallen in Kisten und spezialisierte Artenspürhunde, die Kot von Hermelinen und Mauswieseln aufspüren.
Die Ergebnisse zeigen, dass in Regionen mit koordinierten Fördermassnahmen 2,5-mal mehr Hermeline nachgewiesen wurden als in Vergleichsgebieten. Stein- und Asthaufen spielen dabei eine Schlüsselrolle. Ihre Anzahl wirkt sich positiv auf die Häufigkeit von Hermelinen aus, wobei ausreichend grosse Steinhaufen mit geeigneten Hohlräumen besonders wirksam sind. Wichtig ist nicht nur das Vorhandensein von Kleinstrukturen, sondern auch deren Qualität und gezielte Platzierung in der Landschaft.
Der positive Effekt war in koordinierten Projektregionen besonders ausgeprägt. Ausschlaggebend für den Erfolg sind daher eine professionelle Planung und die institutionenübergreifende Kooperation. Die Befunde liefern damit einen wichtigen Impuls für Agrar- und Naturschutzpolitik: Eine koordinierte Förderung wenig aufwändiger Massnahmen auf Landschaftsebene kann die Biodiversität langfristig stärken, zum Nutzen von Ökosystemen, Landwirtschaft und Gesellschaft.
Quelle: Universität Bern
Mots-clés :
Landwirtschaft, Hermelin, Kleinstrukturen, Artenförderung, Steinhaufen, Spürhunde
Type de publication:
publication spécialisée
Littérature :
Dürst AC, Egloff GB, Schenker L, Arlettaz R, Humbert J-Y (2026) Regional biodiversity conservation projects enhance stoat populations in agricultural landscapes. Global Ecology and Conservation 66, e04082.
Egloff GB, Schenker L, Riverendo S, Dürst AC, Heckel G, Karp D, Humbert J-Y (2025) The role of small structures for stoats in agricultural landscapes. Journal for Nature Conservation 85, 126865.
https://www.cb.iee.unibe.ch/research/small_structures/index_eng.html
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2351989426000314?via%3Dihub
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1617138125000421?via%3Dihub
Adresse de contact :
Andrin Dürst
Universität Bern
Institut für Ökologie & Evolution
Baltzerstrasse 6
CH-3012 Bern
andrin.duerst@unibe.ch
Tel: +41 (0)31 684 31 73
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